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Stadtbücherei in Hamminkeln: Kunden können für mehr Nachhaltigkeit Dinge ausleihen

In der Stadtbücherei in Hamminkeln : So funktioniert die Bibliothek der Dinge

Bei der Stadtbücherei in Hamminkeln an der Diersfordter Straße ist derzeit nicht nur Ferienlektüre stark gefragt. Jetzt können Bürger auch verschiedene Gegenstände ausleihen, die man nur vergleichsweise selten benötigt. Nachhaltigkeit ist dabei der Leitgedanke.

Reiseliteratur, Städteführer, Kinderbücher und gute Romane – in Ferienzeiten ist das Buch stark gefragt, egal ob les- oder hörbar. Viele Urlauber nehmen Lesestoff mit in die entspannendsten Wochen des Jahres oder wollen Tipps für Reiseziele. Dass dies geblieben ist wie alle Urlaubsjahre wieder, bedeutet für die Stadtbücherei Hamminkeln eine positive Erfahrung nach der Coronakrise. War das Leihgeschäft lange stark eingeschränkt und bestand zeitweise im kontaktlosen reinen Tausch der Medien an der Eingangstür zum Bücherkeller im Schulzentrum an der Diersfordter Straße 32, so ist der Bedarf an Medien in den vergangenen Tagen steil nach oben gegangen. Auch eine neue und von der Bibliothek als „besondere und vor allem nachhaltige Idee“ wird von Büchereileiterin Ingrid Keiten angepriesen: das Projekt „Leihen statt kaufen“.

Hierbei hat sich die Bibliothek mit Sponsor Volksbank Rhein-Lippe zusammengetan. Unter dem Motto „Leihen statt kaufen“ sollen künftig neben Büchern auch andere Gegenstände angeboten werden. Das zielt auf die „Bibliothek der Dinge“ ab, die mit Gegenständen bestückt wird, die man normalerweise nur ein- oder zweimal im Jahr benötigt. Die Büchereileiterin erläutert: „Im Sinne der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung ist es vernünftig, diese Dinge möglichst vielen Menschen zur Nutzung anzubieten. Die Ideen zum möglichen Angebot sind vielseitig, und der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.“

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Der Ideenpool wird jedenfalls schon gefüllt. Sportgeräte, Musikinstrumente, Werkzeuge und Küchenmaschinen stehen auf der Wunschliste, manche Gegenstände sind bereits angeschafft. Um weitere Artikel zum Ausleihen bei lokalen Händlern zu erwerben, gab Rolf Lindau, Filialleiter der Volksbank, nun eine Finanzspritze. „Der Bibliothek der Dinge wünsche ich viel Erfolg, diese Idee unterstützen wir als Genossenschaftsbank voller Überzeugung“, sagte er bei seinem Besuch in der Stadtbücherei.

Besagte „Dinge“, die man nicht das ganze Jahr über braucht, lassen sich wie Bücher ausleihen – und zwar über das vorhandene Buchungssystem. Das soll auch eine Werbung für das lesenswerte Kernangebot der Stadtbücherei sein. „Wir wollen auch auf diesem Weg die Menschen insgesamt für unser Konzept gewinnen und die Leute anlocken, die sonst wenig mit der Bücherei zu schaffen haben“, sagt Maria Wissing, Fachangestellte für Medien- und Infodienste. Das Projekt laufe gerade an, erste Interessenten gebe es.

Zurzeit zählte aber auch die Rückkehr zum Ausleihegeschäfte nach den Coronabeschränkungen. Die ersten Erfahrungen machen Mut. Das Stöbern entlang der Buchregale im Keller des Schulzentrums wird gerne wahrgenommen. „Das mögen die Leute sehr“, sagt Maria Wissing. Auch die Sitzecke mit Sofa und Sesseln, um dort gemütlich in ein Buch hineinzulesen, ist wieder frei. Maskenpflicht besteht dennoch, und mehr als sieben Personen in der Stadtbücherei sind aktuell nicht erlaubt. Die Leserzahlentwicklung nach der Krise ist schwer einzuschätzen. Seit Juni ist die Bücherei wieder normal geöffnet, seitdem geht es aufwärts.

Am 22. Juli geht es in die Sommerpause, die Bücherei öffnete wieder nach Ende der Schulferien ab dem 18. August – auch mit einer Lesung (siehe Infobox). In der Zwischenzeit wird in der Bücherei umgebaut. Eine Zwischenwand wird komplett entfernt, wo jetzt das Selbstlernzentrum für Schüler ist. Die Bibliothek soll als einziger großer Raum genutzt werden, um die Möglichkeiten insgesamt zu verbessern.