Hamminkeln: Stadt will Kleinbus für behinderte Kinder

Hamminkeln : Stadt will Kleinbus für behinderte Kinder

Mit diesem Modell möchte die Hamminkelner Verwaltung Kinder mit Handicaps sicher und wirtschaftlich zu Schulen in der Stadt befördern. Dabei will sie eigene Fahrerressourcen nutzen. Im Sozialausschuss wird die Idee heute diskutiert.

Der Schülerspezialverkehr zu den Förderschulen ist eine eingespielte Sache. In Zeiten der inklusiven Schulbildung gibt es aber weiteren Bedarf, wenn Kinder mit Handicaps zum Regelunterricht gebracht und wieder abgeholt werden müssen. Die Stadt Hamminkeln hat daher nach Alternativen gesucht und möchte nun einen Kleinbus anschaffen. Finanziell soll das durch Werbeaufschriften namhafter regionaler Unternehmen ermöglicht werden, so dass der städtische Haushalt nicht belastet wird. Der Wagen muss aber zu einem Spezialfahrzeug umgebaut werden, um die behinderten Schüler unterbringen zu können. Dafür sind Kosten von 15.000 Euro kalkuliert. Der Fahrdienst wird aus den Personalressourcen der Stadt sichergestellt, heißt in der Vorlage für den heute tagenden Sozialausschuss.

"Mit diesem Modell möchte die Verwaltung Kinder mit Handicaps sicher und wirtschaftlich zu Schulen in der Stadt Hamminkeln bringen, analog der Beförderung zu Förderschulen", heißt es weiter. Gleichzeitig werde für die zukünftige Beschulung von Kindern in den örtlichen Regelschulen eine erhebliche Kosteneinsparung im Vergleich zum jetzigen Aufwand erwartet.

In der sehr großen Flächenkommune werden zurzeit die Kinder aus dem Stadtgebiet mit dem eingerichteten Schülerspezialverkehr zu den Schulen gebracht. Das funktioniert bei einem Großteil, stößt aber an Grenzen, wenn Kinder in einem Rollstuhl oder mit einer geistigen Behinderung hin- und hergefahren werden müssen. Das kann teilweise nur mit gesonderten Fahrzeugen geschehen.

Ob das machbar ist, muss eine Sonderprüfung des Schulträgers ergeben. Für die betroffenen Eltern kann das ins Geld gehen. Grundsätzlich können sie bei einer Sonderbeförderung in einem Spezialfahrzeug zu den Kosten herangezogen werden - oder über finanzielle Hilfen zahlt die Stadt. "Dieses Verfahren kann Familien mit behinderten Kindern erheblich finanziell wie persönlich belasten", stellt die Verwaltung fest.

Die Erfahrung zeige, dass seitens des Sozialhilfeträgers bei Fahrten zur Schule die Kostenübernahme beim Schulträger gesehen wird und den Eltern häufig nur bleibt, durch einen Rechtsstreit eine Klärung herbeizuführen. Der Ausgang ist ungewiss. Zum Schuljahr 2016/17 wurden an den Hamminkelner Schulen 87 Kinder sonderpädagogisch an den Schulen unterrichtet. Davon gingen 55 Kinder zu den Grundschulen und 32 Kinder in die Sekundarstufe I. Zwei Kinder mussten mit einer Sonderbeförderung gefahren werden. Zum Schuljahr 2017/18 sind in den Grundschulen 40 Kinder und in der Sekundarstufe I 24 Kinder mit anerkanntem Förderbedarf. Insgesamt 117 Kinder mit Förderbedarf gehen zu den Schulen der Stadt. Zum Schuljahresbeginn 2017 benötigen vier Kinder eine Sonderbeförderung, wegen ihrer Beeinträchtigung schaffen sie die Fahrt im regulären Schulbus nicht.

(RP)