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Wesel: Stadt und Kreis bohren in Bislich nach Problemmüll

Wesel : Stadt und Kreis bohren in Bislich nach Problemmüll

Detlef Brüggert, der nur wenige Meter vom Bislicher Sportplatz entfernt wohnt, kann es nicht fassen. Da haben Stadt und Kreis Wesel am Morgen auf dem Asche-Spielfeld zwei Probebohrungen durchgeführt, aber schon wieder nicht tief genug.

"In 15 und nicht in fünf Metern Tiefe liegen die Giftfässer, die dort vor drei Jahrzehnten abgekippt wurden", behauptet Brüggert. Der 53-Jährige kämpft seit längerer Zeit dafür, dass die ehemalige Deponie unter dem Sportplatz, der bekanntlich vom SV Bislich und der Stadt aufwendig umgebaut werden soll, komplett ausgekoffert wird.

Denn er ist felsenfest davon überzeugt, dass Gift aus der Deponie ins Grundwasser gelangt. Mehrere Anlieger, die Obst und Gemüse jahrelang mit Wasser aus eigenen Brunnen begossen hätten, seien an Krebs erkrankt, sagt Brüggert.

Dass unter dem Ascheplatz und den angrenzenden Weideflächen — ein Areal von rund 20 000 Quadratmetern — einst Müll abgeladen wurde, bestreiten weder Gottfried Brandenburg (Planungsamt) noch Markus Fischer, beim Kreis für den Bereich Altlasten und Bodenschutz zuständig. "Doch haben zahlreiche Proben seit 1995 ergeben, dass die Kippe dicht ist. Gutachter haben bestätigt, dass Giftstoffe nicht durchs Grundwasser und auch nicht durch die Oberfläche dringen", betonen beide. Bei den abschließenden Bohrungen gestern sei man in einer Tiefe von fünf Metern auf Mutterboden gestoßen, so dass tiefere Bohrungen unnötig seien. Die genommen Bodenproben sollen nun analysiert und die Ergebnisse der Politik im Herbst vorgestellt werden.

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Der selbst an Krebs erkrankte Detlef Brüggert weiß, dass sein Kampf dem von "David gegen Goliath" gleicht. "Ich habe nichts zu verlieren. Notfalls werde ich gegen die Stadt klagen." Sein nächster Schritt: Ein neutraler Gutachter, dessen Angaben vor Gericht verwertbar sind, soll auf seinem Grundstück Proben nehmen.

(RP/rl)