Wesel: Stadt hält nichts vom Lkw-Verbot auf der Luisenstraße

Wesel : Stadt hält nichts vom Lkw-Verbot auf der Luisenstraße

Die Anwohner der Luisenstraße am Rande der Weseler Innenstadt sind vom Verkehr genervt, besonders von den Lkw. Für die SPD hatte Hilmar Schulz daher im Sommer 2017 eine Lkw-Verbot für die Straße beantragt. Auch eine Geschwindigkeitsreduktion und der Bau einer Querungsmöglichkeit sollte geprüft werden. Die Stadtverwaltung hat im Dezember eine erneute Verkehrsmessungen durchgeführt und kommt zu dem Ergebnis: Maßnahmen auf der Luisenstraße sind nicht notwendig. Das schreibt sie in einer Stellungnahmen für den Verkehrsausschuss, der am 8. März tagt.

Die Anlieger der Luisenstraße hatten argumentiert, dass die Lkw aus dem Gewerbegebiet Am Lippeglacis die Straße gerne als Abkürzung von der Oberndorfstraße zur Schillstraße nutzen. Häufig werde zu schnell gefahren.

Die Auswertung der Messungen ergab laut Verwaltung, dass der Verkehr seit der letzten Zählung im Februar 2015 von 873 auf 1113 Fahrzeuge in Richtung Roonstraße und von 700 Fahrzeugen auf 819 in Richtung Oberndorfstraße gestiegen ist. Die Belastung liege aber deutlich unterhalb des Bereiches, der für zusätzliche Maßnahmen nötig sei, heißt es. Auf Nachfrage teilte der zuständige Dezernent Klaus Schütz mit, dass die Luisenstraße keine Anliegerstraße ist und als Durchfahrtsstraße eine Verkehrsbedeutung hat.

Für das geforderte Lkw-Fahrverbot sieht die Verwaltung aufgrund der Ergebnisse der einwöchigen Zählung "keine sachliche Grundlage". Zusätzlich sei zu berücksichtigen, dass auf der Luisenstraße Linienbusse fahren, die in den Lkw-Zahlen enthalten sind. Auch die Notwendigkeit einer Querungshilfe bezweifelt die Verwaltung. Bei einer Verkehrsbelastung von bis zu 2,5 Fahrzeugen pro Minute sei eine Überquerung der Straße "jederzeit möglich".

Auf der Tagesordnung stehen noch weitere Anträge zur Verkehrssituation. So möchte die CDU die Kreuzung L 460 (Xantener Straße) und Büdericher Straße ("Imgrund- Kreuzung") sicherer machen. Auch dieser Bereich steht nicht zum ersten Mal in der Diskussion. Die Polizei sieht allerdings keine Notwendigkeit für eine Ampelanlage. Auch der Landesbetrieb Straßen beurteilt die Verkehrslage als unauffällig und hält eine Ampel für überflüssig. Und da es sich um eine Landstraße handelt, betont Schütz, liege die Entscheidung nicht bei der Stadt.

(rme)