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Leichtathletik: WTV-Nachwuchs schreibt Geschichte

Leichtathletik : WTV-Nachwuchs schreibt Geschichte

Der Weseler TV ist bei der Junioren-DM so erfolgreich wie nie. Die Bilanz: zweimal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze.

"Unglaublich, fantastisch, sensationell". Wenn Roman Buhl auf das vergangene Wochenende angesprochen wird, gehen ihm die Superlative nicht aus. Denn der Leichtathletik-Trainer des Weseler TV war bei einer wahren Sternstunde des Vereins live dabei. Seine Schützlinge liefen bei der Deutschen Junioren-Meisterschaft in Rostock zur Höchstform auf. Damit schrieben sie Geschichte. Die Bilanz: zweimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze — so erfolgreich, war ein WTV-Nachwuchs noch nie gewesen. "Es ist kaum in Worte zu fassen. Darauf arbeitet man Jahre hin, davon träumt man als Trainer", sagte Buhl.

Für den ersten Paukenschlag sorgte Kai Köllmann bereits am Freitag. Über die 110 Meter Hürden pulverisierte er schon im Vorlauf seine Bestzeit und steigerte sich auf 13,89 Sekunden. Im Finale lief er schließlich in 13,92 Sekunden zu Gold und verwies die favorisierte Konkurrenz auf die Plätze. "Das war eine wahre Leistungsexplosion zum bestmöglichen Zeitpunkt", sagte Buhl über seinen Schützling, der zuletzt noch eine vierwöchige Verletzungspause überstehen musste.

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Für das zweite Gold des Weseler TV sorgte die 4 x 100 Meter-Staffel noch am selben Abend. In der Altersklasse U 18 siegten Philipp Trutenat, Kai Köllmann, Stefan Tigler und Simon Heweling in einer Zeit von 42,08 Sekunden. Dies war gleichzeitig eine neue Jahresbestleistung. "Dabei könnte Simon Heweling noch in der Schülerklasse an den Start gehen. Diese Staffel hat ihr Potenzial folglich noch nicht einmal völlig ausgeschöpft", meinte Roman Buhl.

Der Coach hatte sich im Vorfeld der Wettkämpfe darüber gefreut, dass der WTV diesmal auch bei den Mädchen wieder in einem Einzelrennen vertreten ist. Dies war seinem Schützling aber offenbar noch nicht genug. Denn Janine Schulte lief über die 400 Meter Hürden am Samstag in einer persönlichen Bestzeit von 61,18 Sekunden zu Bronze. Zur Belohnung wurde sie anschließend in den Bundeskader berufen. "Das Erreichen des Endlaufes war schon ein riesiger Erfolg. Doch Janine wollte mehr und hat sich im Finale noch einmal steigern können. Davor ziehe ich meinen Hut", sagte Buhl.

Am Sonntag heimste der Weseler TV noch zwei weitere Medaillen ein. Kai Köllmann, der sich zum Saisonhöhepunkt in der Form seines Lebens präsentierte, gewann Bronze über die 200 Meter und damit seine insgesamt dritte Medaille bei der Deutschen Meisterschaft. In einer neuen persönlichen Bestleistung von 21,87 Sekunden schaffte er den abermaligen Sprung aufs Podest. Den Schlusspunkt unter das erfolgreichste Wochenende der Clubgeschichte des Weseler TV setzte Torsten Sanders, der bei all den Sensation und Überraschungen beinahe selbstverständlich die Silbermedaille im Hochsprung holte. Mit übersprungenen 2,16 Metern setzte aber auch Sanders — wie sollte es anders sein — in Rostock eine neue persönliche Bestmarke. Zum Sieg reichte es aber nicht. Der favorisierte Tobias Potje (2,18 Metern) war zu stark. "2012 ist Torsten mit 2,07 Metern Deutscher Vizemeister geworden. Da sieht man, wie hoch das Niveau in diesem Jahr war", sagte Buhl.

Bei den zahlreichen Erfolgen gingen andere erfreuliche Resultate beinahe unter. Elea Wesely (15,17 Sekunden) lief über die 110 Meter Hürden in der höheren Altersklasse U 20 ebenfalls neue persönliche Bestzeit. Dies reichte aber nicht für den Zwischenlauf. Auch mit der 4 x 100 Meter-Staffel der SG Rhede/Sonsbeck/Wesel schied sie im Vorlauf aus. Stefan Tigler wurde in seiner Altersklasse mit 1,95 Metern Siebter im Hochsprung. Zur Bronzemedaille fehlten nur drei Zentimeter. Er ist damit Deutschlands Bester im Jahrgang 1997. Zur Belohnung wurde auch er in den Bundeskader berufen. Über die 200 Meter blieb er hingegen hinter seinen Möglichkeiten.

(RP)