Leichtathletik: WTV-Duo hat diesmal nichts zu verlieren

Leichtathletik: WTV-Duo hat diesmal nichts zu verlieren

Roman Buhl gerät ins Schwärmen. Der Leichtathletik-Trainer des Weseler TV kramt in den Erinnerungen vom vergangenen Wochenende. "Damit war einfach nicht zu rechnen. Das war wirklich der Wahnsinn", staunt der WTV-Coach noch immer. Insbesondere über die Silbermedaille von Torsten Sanders, die Wesels amtierender Sportler des Jahres mit seiner persönlichen Bestleistung von 2,07 Metern im Hochsprung bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften in Mönchengladbach errungen hat, könnte Buhl stundenlang berichten.

Doch viel Zeit, diesen außergewöhnlichen Erfolg gebührend zu feiern, hatten Trainer und Schützling nicht. Denn in der Woche hat das Duo schon wieder fleißig trainiert. Schließlich steht mit den Deutschen Junioren-Meisterschaften (U 23) an diesem Wochenende im rund 400 Kilometer entfernten Kandel (bei Karlsruhe) schon der nächste Höhepunkt der Freiluft-Saison auf dem Programm.

Neben Torsten wird auch sein Bruder Stephan Sanders den WTV bei den Wettkämpfen vertreten. Er hat sich mit einer Zeit von 14,71 Sekunden für die 110 Meter Hürden qualifiziert. "Das ist schon eine außergewöhnliche Situation für die Familie, dass gleich beide Kinder an den Meisterschaften teilnehmen", sagt Roman Buhl. Er hat rund 15 Kilometer von der Wettkampfstätte entfernt ein gemütliches Weingut als Unterkunft organisiert.

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Bereits gestern brachen die beiden Nachwuchsathleten mit Trainer und Familie nach Kandel auf. Für Youngster Torsten Sanders wäre ein Platz unter den Top fünf ein riesiger Erfolg. Der erst 17-Jährige tritt heute überwiegend gegen ältere, erfahrenere Konkurrenten an. "Die Favoriten überspringen eine Höhe von 2,20 Metern. Aber wenn Torsten sein volles Potenzial abruft, kann er eine Top-Platzierung erreichen", sagt der WTV-Coach.

Bei Stephan Sanders wäre Buhl zwar schon mit dem Erreichen des Zwischenlaufs zufrieden. "Doch wenn er seine Bestzeit steigert, darf er mit dem Finale liebäugeln." Auch wenn es für die erklärten Ziele am Ende nicht reichen sollte, würde sich die Enttäuschung in Grenzen halten. "Wir haben nichts zu verlieren. Ich habe den Jungs gesagt, dass sie einfach Spaß haben und Erfahrungen sammeln sollen", sagt Buhl.

(stgi)