Lokalsport: WSV und SuS kooperieren bei der Jugend

Lokalsport : WSV und SuS kooperieren bei der Jugend

Fußball: Der Weseler SV und der SuS Nord bilden ab der nächsten Saison die Jugend-Spiel-Gemeinschaft (JSG) Wesel. Die Traditionsvereine denken auch über eine Fusion nach, die schon im kommenden Jahr umgesetzt werden könnte.

Bunt gemischt laufen die jungen Fußballer über den Platz im Auestadion. Hier ein rotes Trikot, da ein gelbes. Aber anders als sonst spielen sie miteinander, nicht gegeneinander. Das wird auch zukünftig so sein, denn der SuS Nord und der Weseler SV schließen sich zu einer Jugend-Spiel-Gemeinschaft (JSG) zusammen. Sie gehen ab der neuen Saison als JSG Wesel an den Start. Berührungsängste gibt es keine, weder unter den Kindern noch unter den Verantwortlichen. Ganz im Gegenteil. Man kennt sich, versteht sich und spricht eine Sprache, wenn es darum geht, den Kindern Spaß am Fußball zu vermitteln. "Die Chemie stimmt", sagen die Verantwortlichen.

Und so stellte der Zusammenschluss von Beginn an kein großes Problem dar. Den Anstoß gab der im Februar verstorbene WSV-Vorsitzende Ulrich Hückelkempken. "Er stand immer für Spaß am Fußball, egal wie der Verein heißt", sagt Karl-Heinz Kallabis, Jugendleiter des Weseler SV. Die Verantwortlichen der beiden Clubs haben sich das zu Herzen genommen und in seinem Sinne den ersten Überlegungen Taten folgen lassen.

Denn das Problem ist klar: Die Mitgliederzahlen in den Vereinen schwinden, es wird immer schwerer, für alle Altersklassen Mannschaften zu stellen. "Unser größter Gegner ist die Playstation" sagt André Berndsen, Spielbetriebsleiter des SuS Nord. Darunter haben nicht nur die Vereine zu leiden. Auch die Stadt steht vor Herausforderungen. Denn die Sportplätze sind nicht mehr ausgelastet.

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Aus diesem Grund wurde in Wesel ein Sportentwicklungsplan erstellt. Das Ergebnis für den Fußball: Den Clubs wird nahegelegt, Spiel-Gemeinschaften zu gründen, um zu verhindern, dass Vereine oder Abteilungen von der Bildfläche verschwinden. "Jede Mannschaft, die abgemeldet werden muss, ist ein Verlust", sagt Heinz-Gerd Külkens, Jugendwart des Stadtsportverbandes Wesel. Deswegen begrüßt der SSV den Entschluss der beiden Clubs auch. Külkens: "Sie haben eigentlich schon zu lange gewartet."

Der SV Büderich und SV Ginderich sowie der SV Bislich und GW Flüren haben schon Jugend-Spiel-Gemeinschaften gegründet, letztere kooperieren aber nur in einzelnen Jahrgängen. Die JSG Wesel fasst den kompletten Nachwuchsbereich zusammen. "Entweder wir agieren und gehen den Weg, den sich die Stadt wünscht, oder wir warten ab und haben möglicherweise nicht mehr so viel Handhabe", sagt Olaf Buschheuer, stellvertretender Abteilungsleiter des SuS.

Die Vereine bleiben in der JSG bestehen, die Kicker melden sich entweder beim SuS oder beim Spielverein an. Da die Satzungen und Beiträge in den Clubs recht ähnlich sind, stellt das keine Konkurrenzsituation dar. Räumlich liegen die Sportstätten der Vereine ohnehin nah beieinander, so dass sich auch der Einzugsbereich überschneidet.

Die Traditionsclubs denken sogar darüber nach, im nächsten Jahr komplett zu fusionieren. "Das kann aber auch noch zwei Jahre dauern", sagt Buschheuer. Durch die JSG sollen sich jetzt alle schon mal besser kennenlernen, um dann den nächsten Schritt zu gehen.

(RP)
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