Fußball: WM-Trip ist bis zum Finale in Rio gebucht

Fußball : WM-Trip ist bis zum Finale in Rio gebucht

Christoph Ziegler, Torhüter des Hamminkelner SV, fährt heute mit zwei Freunden zur Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Er wird - wie schon bei der WM 2010 in Südafrika - in der Rheinischen Post von seinen Erlebnissen berichten.

Christoph Ziegler verfolgte im Dezember die Auslosung der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien mit großer Anspannung. Dem Torhüter des Fußball-Bezirksligisten Hamminkelner SV ging es dabei nicht in erster Linie darum, welche Gegner die DFB-Elf in der Vorrunde erwischen würde. Viel interessanter war für ihn, in welcher Gruppe Jogis Jungs denn spielen würden. "Ich habe zu meinen Kumpels vorher gesagt, dass die Gruppe G für unsere Reise optimal wäre. Und so ist es dann ja auch gekommen", sagt der 27-jährige Ziegler, der mit seinen Freunden Felix Jansen (27) und Bastian Borchers (28) heute zur WM nach Brasilien startet.

Erinnerung an die WM 2010 in Südafrika: Der Kick mit Jugendlichen in einem Township wird für Christoph Ziegler und seine Freunde unvergessen bleiben. Foto: NN

Das Trio, das sich schon seit Kindertagen kennt, wird die deutsche Nationalmannschaft in allen Spielen unterstützen. Die Kumpels setzen damit eine Tradition fort. Seit 2006 waren sie bei jeder großen Fußball-Veranstaltung mit von der Partie. Christoph Ziegler wird - wie schon 2010 aus Südafrika - exklusiv für die Rheinische Post die Erlebnisse der Gruppe in Südamerika schildern. Berichte gibt es auch im Internet in seinem WM-Blog unter www.roadtorio14.blogspot.de.

Heute geht's los: Für Christoph Ziegler, Felix Jansen und Bastian Borchers (von links) beginnt das Abenteuer Brasilien. Sie fliegen von Amsterdam nach Sao Paulo, wo morgen das Eröffnungsspiel der WM stattfindet. Foto: Arnulf Stoffel

Die Vorfreude beim Trio ist riesengroß. Auf die Freunde warten vier Wochen voller Fußball, Sonne, Strand und Meer. Das macht auch die Gruppenkonstellation möglich. Denn die deutsche Mannschaft bestreitet ihre Vorrundenpartien in den Badeorten Salvador (Gegner: Portugal), Fortaleza (Ghana) und Recife (USA). "Das ist optimal für uns. Alle drei Austragungsorte liegen am Meer und sind relativ nah beieinander. Die Reiseroute wäre wesentlich komplizierter geworden, wenn Deutschland in einer anderen Gruppe gelandet wäre", sagt Ziegler.

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Der HSV-Keeper hat sich exakt vor einem Jahr zum ersten Mal an den Computer gesetzt, um mögliche Routen und Unterkünfte für den Trip auszutüfteln. Da er zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, in welchen Stadien das deutsche Team auflaufen würde, erstellte er für jede mögliche Konstellation einen Plan. "Das war ein enormer Aufwand. Ich habe alles schon damals gebucht, weil die Preise zu diesem Zeitpunkt noch deutlich günstiger waren. Nach der Auslosung habe ich dann die anderen Buchungsaufträge wieder stornieren lassen", sagt der 27-Jährige, der großer Fan des FC Bayern München ist. Er begleitet die Bayern bereits seit vielen Jahren zu Spielen in der Bundesliga und Champions League.

In Südafrika waren Ziegler und seine Freunde praktisch ausschließlich im Mietwagen unterwegs. Das wird diesmal nicht der Fall sein. "Wir haben uns bei Einheimischen und Leuten, die schon einmal in Brasilien waren, erkundigt und anschließend davon Abstand genommen. In Südafrika sind die Straßen extra für die WM ausgebaut worden. Das ist in Brasilien nicht der Fall", sagt Ziegler.

Deshalb stehen für das Trio nun während des Turniers fünf Inlandsflüge auf dem Plan. Auch die insgesamt 13 Unterkünfte sind bereits gebucht und bezahlt. "Es sind diesmal weniger Hotels dabei. Wir werden hauptsächlich in Appartements wohnen." Die Reise beginnt heute mit einer Zugfahrt nach Amsterdam. Von dort startet der Flieger Richtung Sao Paulo. Am 14. Juli geht es dann von Rio de Janeiro zurück nach Brüssel.

Die drei Freunde haben Tickets für alle Vorrundenpartien der deutschen Mannschaft mit einer Option für die anschließenden K. -o.-Spiele. Entscheidend für die weitere Planung wird sein, wie das Team von Jogi Löw abschneidet. "Wir gehen fest davon aus, dass wir Gruppenerster werden. Dann würde das Achtelfinale in Porto Alegre stattfinden", sagt Ziegler. Die weiteren Stationen auf dem Weg ins Endspiel wären Rio de Janeiro, Belo Horizonte und wieder Rio de Janeiro. Sollte die DFB-Elf in den K.-o.-Spielen oder sogar in der Vorrunde scheitern, wollen Ziegler und Co. ihre Reise trotzdem fortsetzen. Der HSV-Kicker selbst rechnet damit, dass die deutsche Mannschaft zumindest bis zum vorletzten Turniertag mit von der Partie ist. "Ich glaube, dass Deutschland wieder ins kleine Finale kommt und diesmal Vierter wird. Mein Favorit ist Brasilien."

Der 27-Jährige hofft darauf, dass der Gastgeber lange im Turnier bleibt. Dies sei wichtig für die Stimmung im Land. Angst vor Ausschreitungen hat er persönlich nicht. "Es gibt sicher Leute, die diese Bühne nutzen werden, um auf die Probleme im Land hinzuweisen. Ich kann sie verstehen und würde es auch so machen. Das war für mich aber nie ein Grund, die Reise abzusagen. Man muss sich als Tourist an gewisse Spielregeln halten. Und das haben wir bis jetzt immer gemacht", sagt Christoph Ziegler, der sich auf Menschen und Kultur in Brasilien freut.

(RP)
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