Lokalsport: Wesels Fußballer warten auf Kunstrasenplätze

Lokalsport : Wesels Fußballer warten auf Kunstrasenplätze

In der Politik besteht zwar Einigkeit, dass die modernen Plätze gebaut werden sollen, von denen es in Hamminkeln zum Beispiel schon drei gibt. Doch die Weseler Vereine müssen sich noch in Geduld üben.

Es sind keine einfachen Tage, die Wesels Fußballer gerade wieder erleben. Das Wetter macht den Amateurkickern - egal, ob groß oder klein - immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Mal sind es Schnee und Regen, die den Untergrund unbespielbar machen, aktuell ist es der knackige Nachtfrost, der dafür sorgt, dass Trainingseinheiten und Spiele nicht stattfinden können.

Auf Naturrasen oder Asche ist momentan kaum an einen geregelten Betrieb zu denken. Auf dem mittlerweile vielerorts zum Mittel der Wahl erklärten Kunstrasen wäre das anders. Doch davon gibt es auf Weseler Gebiet noch keinen einzigen, während in Hamminkeln zum Beispiel bereits drei Plätze mit besagtem Belag existieren. Das nachbarschaftliche Ungleichgewicht soll sich in den nächsten Jahren aber deutlich verringern, wie im gestrigen Weseler Schul- und Sportausschuss erneut deutlich gemacht wurde.

Nachdem im November 2017 der Abschlussbericht zum Sportentwicklungsplan vorgestellt wurde, hat sich der Arbeitskreis Sport bereits einmal getroffen und dabei vornehmlich das Thema Kunstrasenplätze diskutiert. Auch in der Politik besteht Konsens, den Empfehlungen des Instituts für kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) zu folgen und in Wesel mehrere sogenannte Fußballzentren zu errichten, die mit Kunstrasenplätzen zu bestücken wären.

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Mehrere Vereine sollen dann dort jeweils die Möglichkeit zum Trainings- und Spielbetrieb haben. Im Auestadion könnten das zum Beispiel der Weseler SV und Viktoria Wesel sein, im Weseler Norden GW Flüren, Anadolu Spor und der SuS Nord. Darüber hinaus könnte sich ikps auch eine komplett neue Anlage zwischen Büderich und Ginderich vorstellen.

"Wir müssen jetzt schauen, welche planungsrechtlichen Voraussetzungen vorliegen, und dann im Austausch mit den Vereinen eine Prioritätenliste festlegen", sagte der Beigeordnete Rainer Benien gestern. Hilmar Schulz von der SPD lobte ausdrücklich das Vorgehen: "Ich finde es gut, dass die Verwaltung auf die Sportvereine zugehen will." Schulz mahnte gleichzeitig aber auch zur Geduld. "Wir sind in dem Prozess gerade erst am Start losgegangen." Rainer Benien sieht das auch so. "Das Ganze ist ja auch haushaltsrelevant und muss vom Rat der Stadt abgesegnet werden", sagte er. Die Lösung der Kostenfrage dürfte tatsächlich am Ende die allergrößte Hürde sein.

Den einen oder anderen Winter müssen die hiesigen Fußballer wohl noch mit ihren derzeit begrenzten Möglichkeiten überstehen. Nur beim SV Bislich wird's schneller gehen. Da könnte der neue Kunstrasen im Sommer liegen. Denn der Verein ist auf dem besten Weg, seinen Teil dazu beizutragen, dass der Ball in Bislich bald auf künstlichem Grün rollen kann. Die Arbeiten am neuen Clubheim gehen voran. Das Dach wurde mittlerweile gedeckt. Jetzt geht es an den Innenausbau. Ziel des Clubs ist es, die Fußball-Stadtmeisterschaften im Sommer auf Wesels ersten Kunstrasenplatz auszurichten.

(RP)
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