Lokalsport: Weseler TV verliert einige Top-Athleten

Lokalsport : Weseler TV verliert einige Top-Athleten

Ein Großteil der Wettkampfgruppe wechselt mit Trainer Roman Buhl zum LAZ Rhede. Auch der Gindericher Hochspringer Stefan Tigler, der eigentlich zum WTV zurückkehren wollte, startet künftig für Rhede.

Die Entscheidung kommt nicht überraschend. Nachdem Roman Buhl vor einigen Tagen bekannt gegeben hatte, dass er seine Tätigkeit als Trainer der Leichtathletik-Abteilung des Weseler TV Ende August beenden und zum LAZ Rhede wechseln wird, hat sich auch der Großteil der Wettkampfgruppe entschlossen, den Traditionsverein zu verlassen und dem Übungsleiter nach Rhede zu folgen. Simon Heweling, Reiner Heweling, Kemo Abbing, Alina Arenz, Anna Jantzen und Elisa Stumpen wollen das Training beim neuen Verein im September aufnehmen. Sie können ab Januar 2018 für das LAZ Rhede an den Start gehen.

Mit dabei ist auch Stefan Tigler. Der Hochspringer aus Ginderich, der 2015 Deutscher Jugend-Meister und Siebter bei der U 20-Europameisterschaft geworden war, wollte nach seiner Zeit bei Bayer Leverkusen eigentlich zum Weseler TV zurückkehren. Tigler will sich nun aber der sechsköpfigen Gruppe anschließen.

Für Dieter Jantz, Leiter der Leichtathletik-Abteilung des Weseler TV, kommt die Entwicklung nicht überraschend. "Damit mussten wir rechnen. Wenn ein Trainer zu einem anderen Verein wechselt, dann ist es in der Regel der Fall, dass ihm auch einige Athleten folgen", sagte Jantz. Buhl hatte seine Entscheidung, nach Rhede zu gehen, damit begründet, dass es beim WTV unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, "wie Leichtathletik als Wettkampfsport funktionieren und gelebt werden muss".

Dieter Jantz, der momentan in Urlaub ist, betonte gestern erneut, dass beim Weseler TV weiter Leistungssport angeboten werden soll. "Wir müssen uns jetzt aber natürlich neu aufstellen. Wir werden uns mit den Trainern in der nächsten Woche zusammensetzen und besprechen, wie wir die Aufgaben künftig verteilen." Jantz, der auch der Vorsitzende des Leichtathletik-Kreises ist, will das Thema so schnell wie möglich abhaken. "Unser Blick muss jetzt nach vorne gehen, wobei uns selbstverständlich klar ist, dass wir im Leistungssport-Bereich eine Talsohle durchschreiten müssen."

Reiner Heweling, der am vergangenen Wochenende in Zittau bei der Deutschen Meisterschaft der Senioren in der Altersklasse M 50 über 100 Meter die Silbermedaille gewonnen hatte, bedankte sich beim Weseler TV für die Unterstützung in den vergangenen Jahren. "Wir gehen nicht im Groll. Es hat uns allen in Wesel viel Spaß gemacht. Aber es ist einfach so, dass es beim WTV jetzt keinen Trainer mehr für das Niveau gibt, auf dem wir uns bewegen", sagt Reiner Heweling.

Nachdem Roman Buhl die Athleten über seinen Schritt informiert habe, sei man in der Gruppe sehr schnell zu einer Entscheidung gekommen. "In Rhede gibt es die Grundlage für leistungsbezogenes Training", sagt Reiner Heweling. Der Wechsel zum LAZ hätte auch stattgefunden, wenn Roman Buhl nach Münster oder Düsseldorf gegangen wäre. Nach Rhede würden die Athleten ohnehin seit längerer Zeit durch die Start-Gemeinschaft Rhede-Sonsbeck-Wesel "Freundschaften" unterhalten. Buhl hatte zuvor ausdrücklich betont, seinen Schützlingen keinerlei Empfehlung zu möglichen Vereinswechseln geben zu wollen.

(RP)
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