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Fußball: Weseler SV ganz unten

Fußball : Weseler SV ganz unten

Traditionsverein steht dicht vor dem Abstieg in die Kreisliga C. "Jetzt kann uns nur noch ein Fußball-Wunder helfen", sagt Trainer Uwe Vengels. Er will auch bleiben, wenn es runter in die unterste Klasse gehen sollte.

Der Optimismus, den die Verantwortlichen des Weseler SV in der Winterpause noch an den Tag gelegt haben, ist längst verflogen. Damals glaubten Trainer Uwe Vengels und Vorsitzender Jürgen Lantermann noch daran, dass ein weiterer Absturz vermieden werden kann. Mittlerweile können sie sich nur noch der in der Branche üblichen Floskeln für Clubs in höchster Not bedienen. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagt Lantermann. "Jetzt kann uns nur noch ein kleines Fußball-Wunder helfen", meint Vengels

Der Traditionsverein steht kurz vor dem Abstieg in die Kreisliga C. "Das wäre der traurigste Moment der Vereinsgeschichte", sagt Ehrenmitglied Helmut Redick. Das Schlusslicht der B-Liga, das nur noch fünf Spiele bestreitet, trennen bereits zehn Punkte vom rettenden 13. Platz. Sieben Zähler sind es bis 14. Rang, der nach derzeitigem Stand der Dinge in der Abstiegsfrage (siehe Info-Kasten) wenigstens ein Relegationsspiel bedeuten würde. Es spricht somit viel dafür, dass der Spielverein erstmals in seiner mehr als 100-jährigen Geschichte in die unterste Klasse absinkt. "Ich wäre nicht der richtige Trainer, wenn ich mich schon mit dem Abstieg abfinden würde. Doch wenn man es realistisch betrachtet, bleibt allenfalls noch die Chance, den viertletzten Platz und damit das wahrscheinliche Relegationsspiel zu erreichen", sagt Vengels.

Da hilft es auch nichts, dass 2012 ein Aufwärtstrend unverkennbar ist. Der Spielverein holte in den elf Partien des neuen Jahres vier Zähler mehr als in den 16 Spielen zuvor. Doch die Hypothek von nur acht Punkten aus den Begegnungen bis zur Winterpause war zu groß – das Team steht mit mehr als einem Bein schon in der Kreisliga C. "Wir müssen uns mit dem Gedanken an den Abstieg vertraut machen", sagt Clubchef Lantermann.

Uwe Vengels will auf jeden Fall mit runter in die niedrigste Klasse gehen. "Ich habe gesagt, dass ich beim Weseler SV langfristig etwas aufbauen will. Deshalb werde ich nicht die Brocken hinwerfen, wenn es in die Hose gehen sollte", sagt der 51-jährige Ex-Profi. Die Trainerfrage stellt sich auch für Jürgen Lantermann nicht. "Wir planen für die neue Saison mit Uwe Vengels", erklärt der Vorsitzende, der seit gut zwei Jahren versucht, den Traditionsclub wieder auf Kurs zu bringen.

In puncto erste Mannschaft ist das, zumindest was die sportliche Bilanz betrifft, noch nicht gelungen. Insgesamt sieht Jürgen Lantermann den Spielverein aber auf dem richtigen Weg. "Wir haben eine funktionierende Jugend-Abteilung und eine gute Altherren-Abteilung. Außerdem herrscht Ruhe im Verein. Nur die erste Mannschaft ist ein Sorgenkind, auch wenn es hier in einem Punkt entscheidende Fortschritte gibt. Die Disziplin stimmt jetzt", sagt Lantermann. Das war in der Spielzeit zuvor nicht der Fall, als der WSV in der B-Liga am Ende fast ebenso viele Platzverweise wie Punkte auf dem Konto hatte. Deshalb wurden einige Spieler aussortiert, was zur Schwächung des Teams führte.

Jetzt hofft der Weseler SV, dass er die meisten Spieler bei einem Abrutschen in die Kreisliga C halten kann und beim Personal nicht wieder bei null anfangen muss. "Vielleicht bietet der Abstieg auch die Chance, ganz unten einmal in Ruhe etwas aufzubauen", sagte Jürgen Lantermann.

(RP)