1. NRW
  2. Städte
  3. Wesel
  4. Sport

Wesel: Kommentar zu Viktoria Wesel

Kommentar : Der falsche Plan

Fakt ist, dass es grober Unfug wäre, die Viktoria zum Umzug ins Auestadion zu zwingen. Wer sich im Weseler Sport nur halbwegs auskennt, der weiß, dass es dort nicht möglich ist, einen weiteren Fußball-Club unterzubringen.

Schon jetzt ist nicht genug Platz für die mittlerweile aus 13 Teams bestehende Jugend-Spiel-Gemeinschaft, die von Weseler SV und SuS Nord gegründet wurde. Deshalb müssen die Nachwuchskicker und die Fußballer des WSV zum Training schon ins Stadion Nord ausweichen.

Fakt ist, dass die Frage gestellt werden muss, warum der Sport­entwicklungsplan einstimmig von der Politik verabschiedet wurde, obwohl er in Teilen, wie es der Fall der Viktoria zeigt, nicht vernünftig umgesetzt werden kann. Die SPD sagte am Dienstag beim Pressegespräch, dass wahrscheinlich nicht einmal fünf Ratsmitglieder das Gutachten bis Seite 124, wo es um den Viktoria-Umzug geht, gelesen hätten. Wenn das Fakt ist, wäre das traurig.

Fakt ist nicht zuletzt aber auch, dass der Weseler Fußball sich überlegen muss, wie er sich für die Zukunft aufstellt. Wenn es beim Saison-Finale am Sonntag schlecht läuft, wird der PSV als Landesligist der einzige Club sein, der bei den Senioren oberhalb der Kreisliga B kickt. Und bei der A-Jugend-Stadtmeisterschaft sind nur noch drei Teams am Ball. Der Wunsch der Viktoria, auf eigener Anlage und möglichst selbstständig zu bleiben, ist verständlich. Doch wenn sportlich etwas im Weseler Fußball bewegt werden soll, wird’s nicht anders gehen, als die Kräfte zu bündeln.