Leichtathletik: Wesel ist Schauplatz der Deutschen Mehrkampf-Meisterschaft

Leichtathletik : Wesel ist Schauplatz der Deutschen Mehrkampf-Meisterschaft

351 Leichtathleten ermitteln von Freitag bis Sonntag im Weseler Auestadion in allen Altersklassen die nationalen Titelträger. Für Ausrichter Weseler TV bedeutet dies eine große organisatorische Herausforderung. 

Die Stadt Wesel wird für drei Tage zum Mekka der deutschen Mehrkämpfer. Vom kommenden Freitag (ab 10.30 Uhr) bis Sonntag (ab 9.30 Uhr) kommen die 351 qualifizierten Aktiven im Auestadion zusammen, um die nationalen Titelträger in gleich sechs Klassen zur ermitteln. Wie bereits vor zwölf Jahren hat der Weseler TV die Ausrichtung der Meisterschaften des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) übernommen. Insgesamt ist es bereits das fünfte Mal (1997, 2000, 2003, 2006), dass der WTV als Gastgeber auftreten darf. „Das wird wieder ein großes Familientreffen der Mehrkämpfer“, sagt Dieter Jantz, Leichtathletik-Abteilungsleiter des WTV.

Seit dem vergangenen Freitag befindet sich der 57-Jährige mit seinem Helferteam, der ASG und dem Sportamt (Jantz: „Die Kooperation mit der Stadt funktioniert gut“) in der ganz heißen Phase der Vorbereitung. Die Planung läuft bereits seit vier Wochen. Für die drei Veranstaltungstage benötigt der Verein jeweils rund 100 Helfer, um alle Wettbewerbe stemmen zu können. Allein mit WTV-Mitgliedern ist dies nicht zu realisieren. Hilfreiche Hände kommen auch noch von den Lauffreunden HADI Wesel. „Ich hatte im Vorfeld die Tatsache, dass dies gleichzeitig auch das letzte Ferienwochenende ist, ein wenig unterschätzt“, sagt Dieter Jantz.

Doch dafür kann er mit seinen Mitstreitern auf den Erfahrungsschatz vergangener, ähnlicher Großveranstaltungen zurückgreifen. Neben der DM 2006 richtete der Klub sechs Jahre später auch die nationale Mehrkampf-Entscheidung für den Nachwuchs aus. „Für alle Altersklassen ist die Organisation natürlich eine andere Hausnummer“, sagt Jantz. Dabei hatte der DLV in den vergangenen Jahren die Titelkämpfe für den Nachwuchs sowie Frauen und Männer gesplittet, statt sie im Rahmen einer Großveranstaltung durchzuführen.

Doch dieses Konzept kam nicht gut an. „Jetzt werden bei uns alle erstmals wieder zusammen sein“, sagt der Abteilungsleiter des WTV. Dass das Auestadion mal wieder im Blickpunkt der Leichtathletik-Szene liegt, resultiert vor allem aus den Anfragen anderer Vereinsverantwortlichen. „Da hatte ich immer öfter den Wunsch gehört, dass mal wieder eine Mehrkampf-DM in Wesel stattfinden sollte“, so Jantz. Ab Freitag wird dieser Wunsch nun Wirklichkeit werden.

Und im Auestadion finden die Mehrkämpfer Gegebenheiten vor, die an anderen Veranstaltungsorten nicht gerade zum Standard gehören. So können gleichzeitig Wettkämpfe auf vier Hoch- und Weitsprunganlagen ausgetragen werden. Jeweils drei Anlagen für die Stabhochspringer, Kugelstoßer sowie Speer- und Diskuswerfer sind ebenfalls parallel einsatzbereit. „Es ist unser Vorteil, dass wir viele Anlagen zur selben Zeit nutzen können“, sagt Dieter Jantz.

Dass dies eine Grundvoraussetzung ist, um eine derartige Mammutveranstaltung über die Bühne zu bekommen, zeigt schon der Ablaufplan. Während es am Freitag mit dem Start der Altersklassen U 16 und U 20 noch recht überschaubar losgeht, hat es der Samstag  so richtig in sich. Für die U 16 und U 20 steht der zweite Veranstaltungstag an, die U 18 und die U 23 sowie der Zehnkampf der Männer und der Siebenkampf der Frauen beginnen mit ihren Wettbewerben. Alle sechs Altersklassen haben an diesem Tag ihre Disziplinen zu absolvieren. „Da wird im Auestadion schon richtiger Hochbetrieb herrschen“, sagt Jantz. Die Entscheidung in den vier am Samstag gestarteten Klassen wird am Sonntag fallen.

Die beiden Aushängeschilder der deutschen Mehrkampfszene werden übrigens nicht in Wesel dabei sein. Der europäische „König der Leichtathleten“ Arthur Abele – der 32-jährige Sportsoldat hatte sich den EM-Titel Anfang des Monats in Berlin gesichert – genießt seine verdiente Erholung nach seinen Triumph Dies gilt auch für sein weibliches Pendant Carolin Schäfer, die in Berlin ihren Siebenkampf mit der Bronzemedaille krönte. Doch auch die Athleten hinter den beiden Medaillengewinnern versprechen gute Leistungen bei den nationalen Meisterschaften im Weseler Auestadion.

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