Wesel: Australier kämpfen in der Niederrheinhalle

Boxen : Australier kämpfen in der Niederrheinhalle

Seit Montag gastiert eine 18-köpfige Delegation in Wesel. Auf ihrer Deutschlandtour absolviert sie Länderkämpfe. Am heutigen Mittwoch trifft das Team auf die Niederlande, am Freitag dann auf Deutschland.

Seine Mission konnte jeder ablesen. „German Boxing Tour 2018“ stand in großen Buchstaben auf der T-Shirt-Rückseite. Antonio Futor hatte das Kleidungsstück extra für diesen zweiwöchigen Trip herstellen lassen. Futor gehört der australischen Auswahl von zwölf Boxern an, die seit Montag in Wesel weilt und am gestrigen Dienstag von Bürgermeisterin Ulrike Westkamp im Ratssaal empfangen wurde. Am heutigen Mittwoch um 19.30 Uhr treffen die Australier in der Niederrheinhalle auf das Nationalteam der Niederlande, ehe am Freitag ebenfalls um 19.30 Uhr und an gleicher Stelle der Höhepunkt mit dem Länderkampf gegen Deutschland ansteht.

Für die 18-köpfige Delegation aus Down Under – neben den Boxern gehören noch drei Trainer, Ringrichter und Betreuer dem Team an – hatte die Deutschland-Tour zunächst eher etwas von einer Tortur. Von Brisbane über Dubai bis Düsseldorf waren die Australier 21 Stunden unterwegs. Am Montag trafen sie in der Hansestadt ein, am 1. Oktober geht es wieder heim. Zwischen diesen zwei Terminen liegen die Länderkämpfe in Wesel sowie ein Auftritt in Essen am 29. September.

Bereits im Oktober 2015 kämpfte eine australische Auswahl gegen Deutschland. Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma/Gerd Hermann

Bereits zum dritten Mal nach 2013 und 2015 sind die Australier Gäste des Weseler Boxclubs (WBC). Mit den Brüdern Denis und Philipp Novacs sowie Justis Huni waren drei Faustkämpfer bereits vor drei Jahren in Wesel. Den letzten Länderkampf in der Niederrheinhalle hatte übrigens die deutsche Auswahl mit 22:20 für sich entschieden. Am heutigen Mittwoch und Freitag sind jeweils zwölf Kämpfe und ein Einlagekampf – heute trifft der WBC-Akteur Nabi Tazegül zu einer Revanche gegen Bastian Jevsek (TV Vreden) an, gegen den er wegen Verletzung die NRW-Meisterschaft verloren hatte – geplant. Dabei werden bei den Ländervergleichen auch zwei Damen in den Ring klettern. „Wir sind glücklich hier zu sein und es ist uns eine große Ehre, unseren Boxern die schöne Stadt Wesel zu zeigen“, sagte Australiens Delegationsleiter Attila Kovacs, Vater der beiden boxenden Brüder. Um auch mobil zu sein, hat der WBC Fahrräder für den gesamten Aufenthalt für seine Gäste organisiert. Die Australier veranstalten fast jährlich so eine Europa-Tour mit den Amateur-Boxern. Vor zwei Jahren waren sie in Polen, 2017 legten sie eine Pause ein. Dabei gibt es für den Gastgeber eigentlich immer nur eine Bedingung zu erfüllen. „Sie wollen hier grundsätzlich dreimal boxen“, sagt Gerd Oimann, Schatzmeister des WBC.

Der für die Finanzen zuständige WBC-Funktionär hofft nun, dass es auch in Sachen Zuschauer passt. Rund 800 wünscht er sich für Freitag, die Hälfte am heutigen Mittwoch „wäre super“. Die Zusammenstellung der deutschen Auswahl liegt in der Verantwortung des deutschen Boxsport-Verbandes (DBV). „Der größte Teil kommt aus NRW“, sagt Oimann. Mit dem Jugendlichen Pjotr Kamecki ist definitiv ein Weseler am Freitag mit dabei. Die Gegner aller Deutschen sind übrigens ausnahmslos australische Meister.

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