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Tennis: Verlierer TC Flüren siegt beim Publikum

Tennis : Verlierer TC Flüren siegt beim Publikum

Das erste Heimspiel der Herren 30 des TC Blau-Weiß Flüren in der Ersten Bundesliga wird trotz der 2:7-Niederlage gegen den Ratinger TC zu einem Erfolg für den Gastgeber. Rund 700 Zuschauer sorgen für eine einzigartige Atmosphäre auf der Anlage.

WESEL Kristian Pless bat im zweiten Satz um die Unterstützung der Zuschauer. Die erhielt er umgehend. Die rund 700 Besucher applaudierten lautstark und halfen dem Dänen damit am Sonntag beim Heimdebüt der Herren 30 des TC Blau-Weiß Flüren in der Ersten Tennis-Bundesliga aus einer schwierigen Phase in seinem Match heraus. Mit den ständigen Anfeuerungen der Zuschauer im Rücken gewann Kristian Pless seine Partie gegen seinen Gegner Catalin Gard noch verdient mit 6:3, 6:4.

 Die Kulisse stimmte beim Spitzenspiel: Rund 700 Zuschauer waren am Sonntag auf der Anlage des TC Flüren. Deshalb durfte sich der Verein trotz der Niederlage auf roter Asche auch als ein Gewinner fühlen.
Die Kulisse stimmte beim Spitzenspiel: Rund 700 Zuschauer waren am Sonntag auf der Anlage des TC Flüren. Deshalb durfte sich der Verein trotz der Niederlage auf roter Asche auch als ein Gewinner fühlen. Foto: Malz, Ekkehart (ema)

Es sollte im Spitzenspiel der Gruppe Nord gegen den Tabellenführer Ratinger TC allerdings der einzige Flürener Punktgewinn im Einzel bleiben. Die Begegnung war deshalb nach den Einzeln bei einem 1:5-Rückstand des Neulings (Ergebnisse siehe Text unten) schon entschieden. Am Ende setzte sich der Ratinger TC im Duell zweier Teams, die sich für die Bundesliga-Endrunde in München (19./20. Juli) qualifizieren wollen, mit 7:2 durch. Es war seit neun Jahren die erste Niederlage für die Herren 30 des TC Flüren, die acht Mal in Folge aufgestiegen sind. Die Enttäuschung hielt sich bei Team-Betreuer Wolfgang Behr allerdings in Grenzen. "Die Partie haben wir verloren. Doch unser Verein war heute der große Gewinner", sagte Behr.

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Er hatte allen Grund dazu, stolz auf den Club zu sein. Der TC Flüren präsentierte sich beim Heimdebüt in Liga eins, bei dem es wegen eines starken Gewitters eine mehrstündige Unterbrechung gab, als perfekter Gastgeber. Während der Spiele wurden die Zuschauer stets über das Mikrofon über die Zwischenstände auf den Plätzen informiert. "Die Organisation hat perfekt geklappt. Es war ein großes Tennis-Fest und ein einmaliges Erlebnis", sagte Behr. Die vielen Besucher, die Klassesport geboten bekamen, rundeten die Sache ab. Sie sorgten für eine einzigartige Atmosphäre auf der Anlage. Behr: "Bis auf das Ergebnis hat es einfach großen Spaß gemacht."

Die gute Stimmung auf den Rängen übertrug sich auf die Akteure auf der Asche und trieb sie zu Höchstleistungen an. Vier der sechs intensiven und fesselnden Einzel-Partien wurden erst im Match-Tie-Break entschieden, die der Gastgeber allerdings allesamt verlor. "Uns hat die mentale Stärke gefehlt. Wir haben in den entscheidenden Situationen zu viele Punkte verschenkt. Das war der Unterschied", sagte der Flürener Alexander Berndsen.

Den zweiten Punkt für den Gastgeber holten Dominik Hrbaty/Ronald Tijvelein, die ihr Doppel gegen Jeroen Masson/Boy Wijnmalen mit 4:6, 7:6, 7:6 (11:9) gewannen. "Wir hatten eigentlich gehofft, dass die Entscheidung erst in den Doppeln fallen würde. Das haben wir leider nicht geschafft", sagte Alexander Berndsen.

Die Niederlage gegen Ratingen war für die Blau-Weißen, die in der Tabelle jetzt auf Rang drei liegen, ein kleiner Dämpfer im Rennen um die beiden ersten Plätze, die zum Bundesliga-Finale nach München führen. Team-Betreuer Wolfgang Behr stuft den TC Wanne-Eickel, der am Samstag, 28. Juni, in Flüren antritt, jetzt als größten Konkurrenten im Kampf um Platz zwei ein. "Das Kind ist noch nicht in den Brunnen gefallen. Doch gegen Wanne-Eickel muss ein Sieg her", sagte er. Alexander Berndsen blickte ebenfalls weiter optimistisch nach vorne. "Es ist nichts verloren. Wir schreiben die Endrunde noch lange nicht ab."

(stgi)