Fußball: Van Harten entscheidet Derby

Fußball : Van Harten entscheidet Derby

Dingden gewinnt Lokalduell beim Hamminkelner SV durch ein Freistoßtor des Spielmachers mit 1:0. Turbulenzen um verschossenen Elfmeter und falschen Schützen beim HSV. Folge: Torjäger Wittig sieht Rote Karte.

So richtig emotional wurde es gestern im Hamminkelner Derby der Fußball-Bezirksliga erst am Ende. Beim 1:0 (1:0)-Erfolg des Tabellenzweiten BW Dingden beim Hamminkelner SV überschlugen sich in der Schlussphase und nach dem Abpfiff die Ereignisse. Erst vergab HSV-Kicker Christian Haddick in letzter Minute die Riesenchance zum Ausgleich, weil er mit einem an ihm selbst verschuldeten Foulelfmeter am Dingdener Keeper Lars Hupe scheiterte. Sein Mannschaftskollege Raik Wittig, eigentlich als Schütze vom Punkt aus vorgesehen, war darüber so aufgebracht, dass er sich nach dem Abpfiff zu einer Beleidigung eines BWD-Akteurs hinreißen ließ. Dafür sah der Torjäger die Rote Karte.

"Ich weiß auch nicht, was da los war", kommentierte HSV-Coach Philipp Mayrhauser die Turbulenzen in seinem Team. "Eigentlich ist Raik unser Elfmeterschütze. Warum Christian sich den Ball geschnappt hat, ist mir ein Rätsel. Ich kann Raiks Ärger verstehen. Das entschuldigt sein Verhalten aber nicht."

Gutes Spiel mit hoher Intensität

Von Beginn an spielten beide Teams vor 400 Zuschauern in einem guten, aber nicht hochklassigen Derby mit hoher Intensität. BW Dingden, das kurzfristig auch auf Tim Hesseling verzichten musste, beschränkte sich zunächst auf die Defensivarbeit. Der Hamminkelner SV, dessen beachtliche Serie von 13 Punkten in den letzten fünf Spielen gestern zu Ende ging, biss sich in der gut organisierten Abwehr der Blau-Weißen immer wieder fest. Dem Tabellenzweiten reichte dann ein Geniestreich von Dennis van Harten, um die Partie zu entscheiden. In der 34. Minute schlenzte der Spielmacher einen Freistoß aus rund 25 Metern gekonnt ins lange Eck des Hamminkelner Tores.

Nach dem Wechsel warf der HSV mit zunehmender Spieldauer alles nach vorne. Daraus ergaben sich aber zunächst nur Torchancen für den Gegner. Doch sowohl Dennis van Harten (71.), als auch Jens Schepers (74.) verpassten es bei gut vorgetragenen Kontern, das vorentscheidende 2:0 zu markieren. So wäre der Schuss beinahe noch nach hinten losgegangen. In der 80. Minute vergab Raik Wittig die erste echte Tormöglichkeit für den HSV, als er an Lars Hupe scheiterte. In der Nachspielzeit entschied der Schiedsrichter dann nach einem Rempler von Sascha Giesen an Christian Haddick auf Foulelfmeter, den Haddick ausführte, obwohl es anders abgesprochen war.

"Remis wäre gerecht gewesen"

"Da haben wir natürlich Glück gehabt. Ein Remis wäre im Endeffekt auch leistungsgerecht gewesen", sagte der Dingdener Trainer Jörg Gonschior, der den Hamminkelner SV einst in die Bezirksliga geführt hatte, bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. "Allerdings hätten wir den Sack auch schon früher zumachen müssen."

(RP)