Triathlon: Maren Hufe Siegerin beim Ironman Australia

Triathlon : Mareen Hufe hat ein großes Ziel erreicht

Die Profi-Sportlerin aus Wesel gewinnt in Klagenfurt zum ersten Mal einen Ironman. Die 40-Jährige, die für die Trimiators des TV Voerde startet, setzt sich gegen starke Konkurrenz durch.

Als sich Mareen Hufe im Jahr 2012 dazu entschloss, ihren Job als Vertriebscontrollerin nur noch reduziert auszuüben und sich fortan als Triathlon-Profi zu versuchen, steckte sich die Weselerin mehrere Ziele. Seit Sonntag ist die Liste um einen Vorsatz kleiner geworden. Beim Ironman Austria überquerte die für die Triminators des TV Voerde startende Athletin nach 9:00:32 Stunden als erste Teilnehmerin die Ziellinie in Klagenfurt und hat damit nach vielen zweiten Plätzen erstmals in ihrer sechs Jahre andauernden Profikarriere einen Langdistanz-Wettbewerb für sich entscheiden können. Und dann gleich einen der prestigeträchtigsten und stimmungsvollsten überhaupt. „Das ist Wahnsinn“, sagt die überglückliche 40-Jährige, die in Österreich von ihren Eltern unterstützt wurde und sich ganz nebenbei auch über 8000 Euro Preisgeld freuen durfte.

Für die Ironman-WM auf Hawaii hatte sich Hufe bereits im Vorfeld qualifiziert. Die Veranstaltung in Kärnten war für sie eine Art „Bonus-Wettbewerb“. Von befreundeten Sportlern hatte die Weselerin viel Gutes gehört. Die großen deutschen Langdistanzen in Frankfurt oder Roth hatte Hufe bereits mehrfach absolviert. Eine Teilnahme in Österreich stand bis dato noch nicht in ihrer Vita. So fiel die Entscheidung nicht schwer. „Ich wusste, dass dort drei Granaten an den Start gehen würden, aber ich wusste auch, dass ich eine Top-Form habe“, sagt Hufe, die sich durchaus Chancen auf eine Podiumsplatzierung ausgerechnet hatte.

Und dann lief der Wettkampf von Beginn an nahezu perfekt. Auf den 3,8 Kilometern, die im Wörthersee geschwommen werden mussten, ließ sich Hufe diesmal nicht abschütteln, blieb eng an den Favoritinnen dran. „Das war das erste Mal, dass ich mit der ersten Gruppe aus dem Wasser gekommen bin. Ich bin etwas schneller gewesen als sonst, und die anderen haben vielleicht ein wenig getrödelt“, so Hufe.

Nur die Österreicherin Beatrice Weiss war einige Minuten vor Mareen Hufe aufs Rad gestiegen, doch zügig hatten die Weselerin, Lokalmatadorin Lisa Hütthaler und die Britin Emma Pallant die Lücke zugefahren. Hufe drückte aufs Tempo, konnte sich in ihrer Paradedisziplin aber nicht absetzen. Im Flachen und bergauf entpuppte sich die Weselerin zwar als die stärkste Athletin, doch auf den vielen Abfahrten schlossen die Konkurrentinnen immer wieder auf. Hufe blieb ruhig, legte die 180 Kilometer kontrolliert zurück und versuchte, sich noch Kräfte für den abschließenden Marathon zu sparen.

Der Plan ging auf. Als es auf die Laufstrecke ging, war Weiss längst abgehängt. Auch Pallant hatte zu diesem Zeitpunkt vier Minuten Rückstand auf Hütthaler und Hufe. Pallant kam aber schnell heran, überholte das Spitzenduo sogar und führte zwischenzeitlich wieder selbst mit zwei Minuten Vorsprung.

Doch die amtierende Vize-Weltmeisterin auf der Mitteldistanz hatte wohl überzogen. Sekunde um Sekunde holten Hütthaler und Hufe gemeinsam wieder auf. Auf den letzten zehn Kilometern hatte Hufe dann einfach die größten Reserven. Erst schüttelte sie die Österreicherin ab, kassierte bei Kilometer 36 dann auch die sichtlich müder werdende Pallant. „Da habe ich dann endgültig gemerkt, dass ich das Ding hier wirklich gewinnen kann und habe versucht, das Tempo weiter hoch zu halten“, sagt Hufe. Angst vor einem späten Einbruch? Fehlanzeige: „Klar hat man hier und da Schmerzen, aber es ging mir vergleichsweise richtig gut. Da war überhaupt kein Drama in Sicht.“

So konnte Mareen Hufe den Zieleinlauf in Klagenfurt vor tausenden von jubelnden Fans vollends genießen. „Ich bin ohne jeden Druck gestartet. Umso schöner, dass mir der Sieg geglückt ist. Gerade auch, weil meine Eltern dabei waren. Die sind natürlich mächtig stolz“, sagt die Weselerin, die nun noch ein paar Tage im Allgäu Urlaub macht und bei ein paar Spaziergängen regenerieren möchte.

Den nächsten Wettkampf absolviert sie am Sonntag, 15. Juli, in ihrer Heimatstadt. Beim Weseler Paarlauf hat sie mit Carina Fierek einen Titel zu verteidigen.

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