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Triathlon: Mareen Hufe aus Wesel verbringt Zwangspause auf Fuerteventura

Triathlonsport : Meerblick erleichtert die Zwangspause

Die Weseler Triathletin Mareen Hufe kann ihr Glück im Corona-Lockdown kaum fassen: Dank Homeoffice und Sponsoren kann sie in einem Sportlerhotel auf Fuerteventura arbeiten. Dort bereitet sie sich zudem auf die nächsten Wettkämpfe vor.

Vor wenigen Tagen musste Mareen Hufe laut Lachen. Da wollte ihr kanadischer Rennrad-Ausrüster doch tatsächlich ihren Wettkampf-Terminkalender für das neue Jahr haben. Doch dafür bräuchte die Profi-Triathletin schon eine funktionierende Glaskugel. „Ich lasse mich gerne positiv überraschen, aber vor der Olympischen Distanz im Mai in Buschhütten wird das wohl nichts mit den nächsten Wettkämpfen“, so die Weselerin. „Ratingen im September hat aber gezeigt, dass so eine Veranstaltung mit dem entsprechenden Konzept und den passenden Gegebenheiten durchführbar ist.“

Immerhin kann die Ausdauerspezialistin trotz Corona-Pandemie derzeit gut trainieren. Zum einen, weil ihr Körper wieder mitspielt: „Die Probleme am hinteren Oberschenkel, deren Ursache der untere Rücken war, habe ich gut im Griff. Die ärztlichen und physiotherapeutischen Behandlungen waren sehr zeitaufwändig. Aber es hat sich gelohnt“, so Hufe.

Zum anderen, weil sich das Home-Office der Triathletin auf einer Terrasse mit Meerblick eines Sportler-Hotels auf Fuerteventura befindet: „Geringe Infektionszahlen und ein angenehmes Klima ermöglichen es, alle Trainingseinheiten durchzuziehen. Natürlich ist der starke Wind manchmal lästig, aber er gibt auch Wumms in die Beine“, so Hufe. „Die Maske ist auch hier mein ständiger Begleiter. Gerade im Fitnessstudio war es doch gewöhnungsbedürftig. Aber beim Schwimm-, Rad- und Lauftraining und im Home-Office kann sie in der Tasche bleiben.“

Hufe auf der Terrasse ihres Appartements im Sportler-Hotel. Von dort arbeitet die Controllerin auch – ihr „Büro“ an der frischen Luft hat Meerblick. Foto: Hufe

Seit einigen Jahren hat die Vertriebscontrollerin ihre hauptberufliche Stelle wegen des Sports auf 50 Prozent reduziert und ist es gewohnt, mit ihrem Laptop von irgendwo auf der Welt zu arbeiten. Gerade in Corona-Lockdown-Zeiten für viele Menschen ein Traum. „Das ist für mich auch keine Selbstverständlichkeit“, so Hufe. „Ich bin dankbar, dass mein Arbeitgeber und das Hotel mir diese Möglichkeit bieten. Es fühlt sich jeden Tag aufs Neue wie ein Geschenk an. Ich bin stolz und dankbar, dass meine Partner mir auch in dieser besonderen Zeit den Rücken stärken“

Damit ist es für die 42-Jährige aber bei weitem noch nicht getan. „Ich versuche, in neuen Situationen immer auch neue Chancen zu erkennen und das Beste daraus zu machen“, so die Weselerin, die in den vergangenen Monaten eine Ausbildung zum Personal Trainer gemeistert hat. Diese Aufgabe führt sie Ende Januar auch wieder an den heimischen Niederrhein, wo sie besonders Laufanfängern an der frischen Luft mit grundlegenden Tipps zur Seite steht. „Die Nachfrage ist riesig, auch von ganzen Firmen. Und es macht mir unheimlich viel Spaß“, erklärt Hufe, die dabei in Sachen Trainingsplänen aber auch bremsen muss: „Ich habe auch am Auesee seit Beginn der Pandemie schon viele neue Gesichter gesehen. Aber wenn ich als Einsteiger täglich sieben Kilometer laufe, dann kann das nicht lange gut gehen.“

Selbst ausklingen lassen hat Hufe das turbulente Jahr 2020 mit einem Triathlon: „Ich bin 2020 Meter geschwommen, 2020 Höhenmeter Rad gefahren und 20:20 Minuten gelaufen. An der Ziellinie gab es einen Aperol Spritz.“ Ebenso passend wurde 2021 begrüßt: Mit einem Dauerlauf über 20,21 Kilometer. „Der war nach dem Triathlon und der Silvesternacht etwas zäh. Am nächsten Tag ging es dann um 7.30 Uhr wieder deutlich frischer auf meine erste Radtour des neuen Jahres. Und nach 202,1 Kilometern war das Hotel wieder in Sicht und ich brauchte nur noch den Berg herunter rollen.“

Trotz aller Umstände freut sich die Weselerin auf „ein spannendes Jahr, für das ich mir viel vorgenommen habe. Ein konkretes Ziel kann ich noch nicht formulieren, aber die Weichen für ein erfolgreiches Jahr 2021 kann ich jetzt schon stellen.“ Und dafür ist Mareen Hufe auf dem besten Wege. Zwar ohne konkreten Wettkampf-Kalender, aber mit auskurierten Oberschenkelproblemen und Meerblick.