Fußball: SVS vor Start ins Ungewisse

Fußball : SVS vor Start ins Ungewisse

Der SV Schermbeck hatte sein Wunschteam schon zusammen. Doch kurzfristig sprangen zwei Leistungsträger ab. Trainer Martin Stroetzel sucht deshalb noch nach Verstärkungen. Er hält aber auch große Stücke auf einige Talente.

Der ganz große Umbruch blieb im Gegensatz zu den vergangenen Jahren zwar in dieser Sommerpause aus. Dennoch besteht kein Zweifel daran, dass der SV Schermbeck erneut vor einer Saison voller Ungewissheit steht. Noch weiß niemand so recht, was die Mannschaft leisten kann. Über die Stärke der Konkurrenz in der neuen Oberliga Westfalen herrscht ebenfalls noch Unklarheit. Selbst beim Trainer, der mit dem SVS immerhin schon ins 15. Jahr geht. "Wir haben jetzt einen im Durchschnitt sehr jungen Kader. Alle neuen Spieler sind sehr talentiert. Es bleibt aber abzuwarten, wie schnell sie sich an die neue Umgebung gewöhnen", sagt Martin Stroetzel.

Er hatte sich den Trainingsauftakt des SVS, der am Dienstagabend stattfand, bis vor ein paar Tagen ganz anders vorgestellt hatte. Bis dahin hatte der Coach sein Wunschteam beisammen. "Ich war damit richtig zufrieden. Wir waren auf allen Positionen sehr gut besetzt. Jetzt müssen wir uns doch noch einmal auf dem Markt umschauen. Das ist ärgerlich", kommentierte Stroetzel die Tatsache, dass Kapitän Andreas Altenbeck (TuS Bösinghoven) und Fatlum Zaskoku (Ziel unbekannt) noch abgesprungen sind. Grund: Der Verein hatte sich zu lange damit Zeit gelassen, die Tinte aufs Vertragspapier zu bringen. "Beide Akteure haben in meinen Planungen eine zentrale Rolle gespielt. Doch wir haben es versäumt, rechtzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen", so Stroetzel.

Zwei Kicker im Probetraining

Der Coach will die Lücke bis zum Saisonstart unbedingt noch schließen. Stroetzel hätte gerne noch neues Personal für die Innenverteidigung und das defensive Mittelfeld. Zwei Kicker waren am Dienstag schon einmal auf Probe beim Training dabei: Kevin Lehmann, der zuletzt für RW Essen in der Regionalliga auflief, und Kilian Niewerth, der für RW Oberhausen in der A-Junioren-Bundesliga spielte. Michael Benninghoff, Sportlicher Leiter des SVS, sieht dagegen nur auf einer Position Handlungsbedarf. "Wir brauchen noch einen Innenverteidiger. Im zentralen Mittelfeld sehe ich nicht unbedingt, dass wir uns da noch verstärken müssen. Der Vorstand ist natürlich auch bemüht, Geld zu sparen", erklärt er. Martin Stroetzel befürchtet aber, dass der Kader des Oberligisten nun in der Breite erneut nicht ausreichend besetzt ist. "In Sachen Verletzungen darf jedenfalls nicht viel passieren."

Mit den bisherigen Neuzugängen ist der Coach zufrieden. Bulut Aksoy (FSV Duisburg) soll im Sturm gemeinsam mit Nassirou Ouro-Akpo auf Torejagd gehen. Mithat Aripek (TV Jahn Hiesfeld) überzeugte Stroetzel beim Training und kann wahlweise die linke oder rechte Abwehrseite bearbeiten. Pascal Kurz, der von Westfalia Herne kam, soll die neue Nummer eins beim SVS werden. "Es ist ein positiv Verrückter und ein echter Typ. So ein Spieler tut jeder Mannschaft gut", sagt Stroetzel über den Torhüter, den er schon lange als Gegner kennt. "Wir haben ja bereits gefühlte 300 Mal gegeneinander gespielt", meint Kurz. Der vierte externe Neuzugang ist ein alter Bekannter. Tuncay Turgut kehrte vom SC Hassel zum SVS zurück. Stroetzel freut es. "Ich wollte ihn unbedingt wieder im Team haben, weil er im Training professionell arbeitet und die Ärmel hochkrempelt."

Hamudi Baydoun fällt lange aus

Die weiteren Neuen im Kader sind Marvin Grunwald, Lukas Drescher, Cantürk Mar, Benedikt Helling, Alexander Frost sowie Hamudi Baydoun (alle eigene Jugend), der wegen eines Kreuzbandrisses allerdings lange ausfällt. Stroetzel hält große Stücke auf die Talente aus dem eigenen Nachwuchs. Drescher und Grunwald bezeichnet er sogar als "echte Raketen". Stroetzel: "Es ist wichtig, dass wir wieder mehr Jungs aus Schermbeck in unseren Reihen haben. Unsere Zuschauer sollen sich mit dem Team identifizieren. Und ich möchte auch einmal länger als nur ein Jahr mit dem Großteil einer Mannschaft arbeiten. In den letzten Jahren haben wir so viele Spieler verschlissen, dass man mit ihnen glatt eine eigene Liga gründen könnte."

(RP/rl)