Lokalsport: SVS ist trotz einer Niederlage am Ziel

Lokalsport : SVS ist trotz einer Niederlage am Ziel

Fußball-Westfalenligist SV Schermbeck verliert bei Fichte Bielefeld mit 1:4. Er qualifiziert sich trotzdem als Vizemeister für das Aufstiegsspiel zur Oberliga gegen den DSC Wanne-Eickel, weil Konkurrent Preußen Münster II ebenfalls patzt.

Der SV Schermbeck hat beim Absteiger klar verloren und hatte trotzdem Grund zur Freude. Für den Fußball-Westfalenligisten war der gestrige Sonntag eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Mit 1:4 (0:2) unterlag das Team von Trainer Thomas Falkowski am letzten Spieltag beim VfB Fichte Bielefeld und schien nach zehn Partien ohne Niederlage die Qualifikation zur Aufstiegsrelegation zu verpassen. Erst das Ergebnis des Konkurrenten erlöste den SVS. Preußen Münster II verlor mit 1:3 (1:1) bei der SpVg Beckum, weshalb der SVS auf Platz zwei blieb.

"Sicher haben wir heute das nötige Quäntchen Glück gehabt", sagte Falkowski, der am Samstag zum zweiten Mal Vater geworden ist. "Aber wenn du am Ende einer Spielzeit Zweiter bist, dann hast du es dir auch verdient. Ein Saisonergebnis hängt ja nicht allein an der letzten Partie." Nun spielt der SV Schermbeck am Donnerstag, 15 Uhr, auf neutralem Platz gegen den DSC Wanne-Eickel um den Aufstieg in die Oberliga. Der Austragungsort der Begegnung wird heute festgelegt.

Die zuletzt starken Schermbecker erwischten beim VfB Fichte Bielefeld, der trotz des Sieges abgestiegen ist, einen rabenschwarzen Tag. Schon nach vier Minuten musste Thomas Falkowski den ersten Personalwechsel vornehmen. Nikolaj Zugcic klagte über Oberschenkelprobleme - für ihn kam Kevin Mule-Ewald in die Partie. Eine Viertelstunde war gespielt, als der SVS eine Bielefelder Flanke von der linken Seite nur abfälschen konnten und Niklas Szeleschus aus 16 Metern das 1:0 für den Gastgeber erzielte. Eine Minute später vergab Marek Klimczok die Riesenchance zum Ausgleich, als er aus fünf Metern scheiterte. In dem Bemühen, das Spiel rasch wieder auf Unentschieden zu stellen, lief der SV Schermbeck in einen Konter, den Clemens Bachmann (17.) zur 2:0-Führung für Fichte nutzte. "Da haben wir uns dilettantisch angestellt", sagte Falkowski, der mit der Leistung seiner Mannschaft nicht einverstanden war. "Wir waren nicht griffig und hatten keine Präsenz bei den zweiten Bällen."

Auch nach dem Wechsel lief es nicht besser. Nach nur 30 Sekunden riss Mule-Ewald seinen Gegenspieler im Strafraum zu Boden. Patrick Ruske verwandelte den fälligen Strafstoß zum 3:0 für Bielefeld. In der Folge erhöhte Falkowski das Risiko, stellte in der Abwehr auf eine Dreierkette um und wurde zunächst belohnt. Nach einem Standard aus dem Halbfeld foulte der Bielefelder Keeper im Strafraum Kevin Mule-Ewald. Marc Schröter (55.) verwandelte den Elfmeter zum 1:3. Doch nach dem vierten Bielefelder Tor durch Szeleschus (66.) war die Partie entschieden. "Wir kamen zu keiner Zeit für einen Sieg in Frage", sagte Falkowski.

Der schwache Auftritt hatte aber keine Konsequenzen, weil es Schützenhilfe gab. "Wir müssen nun den Mund abwischen. Ab morgen gilt die ganze Konzentration dem Relegationsspiel am Donnerstag gegen den DSC Wanne-Eickel", sagte der SVS-Trainer, der dem Entscheidungsspiel optimistisch entgegenblickt. "Das wird ein ganz anderes Spiel - und wir werden eine ganz andere Schermbecker Mannschaft erleben."

(RP)