SVS: Brilo gibt sich die Narrenkappe

Man stelle sich vor es ist Jahreshauptversammlung und kaum einer geht hin. Beim SV Schermbeck war's gestern Abend der Fall. Nur gut ein Prozent der 2113 Mitglieder kamen zum Treffen in die Gaststätte Overkämping – fünf der 25 Anwesenden zählten zum Vorstand des Hauptvereins. "Diese Resonanz ist enttäuschend. Doch so sind die Zeiten nun einmal", sagte Vorsitzender Johannes Brilo nach der Versammlung, in der alle Abteilungen in sportlicher Hinsicht eine positive Bilanz zogen.

Für den einzig dicken Wermutstropfen hatte ausgerechnet Brilo, Chef des Gesamtvereins und Vorsitzender der Fußball-Abteilung in Personalunion, mit seinem 15-Minuten-Ding gesorgt. "Ich stehe mit der Narrenkappe da", meinte der Vorsitzende, der die Unterlagen für die Zulassung zur Fußball-NRW-Liga eine Viertelstunde zu spät beim Verband abgegeben hatte. Die Folge ist der Zwangsabstieg der ersten Mannschaft, gegen die der Verein vor dem Sportgericht vergeblich geklagt hat. Jetzt will er sich – wie berichtet – vor einem Zivilgericht einen Platz in Liga fünf sichern.

Brilo teilte gestern Abend mit, dass die Klage noch in dieser Woche beim Amtsgericht Duisburg eingereicht werden soll. "Es wird schwer, weil es sehr kompliziert ist, einen Sportverband zivilrechtlich zu packen. Doch wir werden es versuchen, da wir uns ungerecht behandelt fühlen. Diese Bestrafung ist nicht im Sinne des Sports", sagte Brilo.

Die Fußball-Abteilung erhielt bei dem Treffen ein Lob für den Ausbau des Waldsportplatzes. Dort wird derzeit die Laufbahn erneuert. "Wir haben jetzt ein richtiges Stadion. Dafür muss den Fußballern ein Kompliment gemacht werden", stellte Leichtathlet Dieter Kettler fest. Brilo gab das Lob an die "vielen Helfer" weiter. "Es ist eindrucksvoll, was sie geleistet haben. Die Investition in das Stadion war nötig und wird sich langfristig auszahlen", sagte der Clubchef.

Rainer Schmidt neu im Vorstand

Zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden wurde Rainer Schmidt ernannt. Er löste Marion Rauße-Marsfeld ab, die aus privaten Gründen zurücktrat. Der SVS schloss das Geschäftsjahr 2008 mit einem Plus von 2000 Euro ab. Er hat sich das Buchungsprogramm Winner angeschafft, um die Abläufe im Verein zu erleichtern. Brilo: "Denn die Vorstandsarbeit wird vom Verwaltungsaufwand und dem Steuerrecht her immer komplizierter."

(RP)
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