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Fußball: SVB: 200 Kinder enttäuscht

Fußball : SVB: 200 Kinder enttäuscht

Rechtsstreit zwischen Stadt und einem Anwohner der Sportanlage: Kicker des SV Büderich bangen um ihre Zukunft. "Das geht an unsere Existenz. So stehen wir vor dem Aus", sagt Friedel Dörken, Leiter der Fußball-Abteilung.

Werner Verhufen, der sich beim SV Büderich als Abteilungsleiter seit 38 Jahren um den Fußball-Nachwuchs kümmert, bringt die Stimmung auf den Punkt. "Mehr als 200 Kinder und Jugendliche im Dorf sind sauer, wütend und enttäuscht", sagt Verhufen. "Das ist alles sehr traurig." Auch Friedel Dörken, Leiter der Fußball-Senioren-Abteilung, kann nicht fassen, was seit Freitag knallharter Fakt ist. "Das ist eine Katastrophe. Und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll", meint er.

 Die Kicker des SV Büderich fühlen sich in dem schon seit längerer Zeit schwelenden Rechtsstreit ins Abseits gestellt. Denn sie müssen nun mit erheblichen Einschränkungen beim Trainings- und Spielbetrieb leben.
Die Kicker des SV Büderich fühlen sich in dem schon seit längerer Zeit schwelenden Rechtsstreit ins Abseits gestellt. Denn sie müssen nun mit erheblichen Einschränkungen beim Trainings- und Spielbetrieb leben. Foto: Koster

Die Kicker im Polderdorf bangen um ihre Zukunft. Sie fühlen sich im schon seit längerer Zeit schwelenden juristischen Streit zwischen einem Anwohner der Büdericher Sportanlage und der Stadt zu Unrecht ins Abseits gestellt. Die Fußball-Abteilung muss nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts in Düsseldorf mit erheblichen Einschränkungen leben (RP berichtete). Das Training ist während der Woche nur bis 19.30 Uhr erlaubt. Dann wird das Flutlicht abgeschaltet. Sonntags sind zwischen 13 und 15 Uhr keine Spiele gestattet. Insgesamt dürfen an Wochenenden lediglich sechs Partien auf der Anlage stattfinden – nur zwei davon am Sonntag auf dem Rasenplatz. Dort gibt es aber kein Flutlicht. "Das geht an unsere Existenz. Ein vernünftiger Spielbetrieb ist so im Winter nicht möglich", sagt Dörken. 13 Teams gibt's beim SVB – zehn Jugend-Mannschaften, ein Altherren- und zwei Senioren-Teams.

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Kläger spielte früher im Club

Der Anwohner, der mit der Stadt juristisch im Clinch liegt, ist beim mehr als 1000 Mitglieder zählenden SV Büderich kein Unbekannter. Der Kläger kickte früher selbst in der ersten Mannschaft und im Altherren-Team des Vereins. "Und seine Enkel haben bei uns in der Jugend gespielt", sagt Werner Verhufen. Das macht es für die Verantwortlichen so unverständlich, dass die Sache dermaßen eskaliert ist. "Warum muss der Verein so unter diesem Rechtsstreit leiden?" sagt Dörken. Er ist nicht gut auf die Stadt zu sprechen. "Man hat uns gesagt, dass der SV Büderich vom Anbau ans Clubheim für die öffentliche Jugendarbeit profitieren wird. Und jetzt stehen wir vor dem Aus." Dörken fürchtet um das, was sich der Club über Jahre aufgebaut hat. "Was hat der SV Büderich falsch gemacht, dass er so behandelt wird?" Dörken schiebt Frust und ist ratlos.

Der SV Büderich will jetzt erst einmal versuchen, irgendwie den Spielbetrieb bis zur Winterpause zu organisieren. "Zum Glück sind nur noch zwei Wochenenden zu überbrücken. Dann haben wir mehr als zwei Monate Zeit, bis die Saison weitergeht", sagt Jugend-Abteilungsleiter Werner Verhufen. Der Fußball-Kreis Moers wurde bereits über die vertrackte Situation informiert.

"Dinge selbst in die Hand nehmen"

Auch der Fußball-Verband Niederrhein soll eingeschaltet werden. "Vielleicht gibt es dort Experten, die Vereine bei ähnlichen Klagen schon unterstützt haben", sagt Verhufen. Der SV Büderich will aktiv werden und darum kämpfen, dass er eine Zukunft hat. "Vielleicht haben wir uns zu lange auf die Stadt verlassen und müssen die Dinge jetzt selbst in die Hand nehmen", sagt Friedel Dörken.

(RP)