Lokalsport: SV Scherpenberg entlässt Ex-Profis

Lokalsport : SV Scherpenberg entlässt Ex-Profis

Die Spieler waren für den Landesligisten "finanziell nicht mehr zu stemmen".

Die beiden Königtransfers des Fußball-Landesligisten SV Scherpenberg, Konkurrent des PSV Wesel, gehören nicht mehr dem Kader an. Der Aufsteiger hat sich von den Ex-Profis Ercan Aydogmus und Hari Coric getrennt. "Das ging von unserer Seite aus. Sie waren finanziell nicht mehr zu stemmen. Und die sportliche Leistung passte nicht zu den Kosten", sagte Trainer Ercan Sendag. Er dementierte Gerüchte, dass es einen weiteren Aderlass geben könnte. "Der Kader wird nun so bleiben, wie er ist."

Der souveräne Sieg beim Moerser Hallenstadtpokal am Sonntag war ein Hinweis, dass das Team weiter ambitioniert auftritt. "Wir wollen an die gute Hinrunde anknüpfen", sagte Ercan Sendag. Unter Druck setzen will er die Mannschaft nicht. "Der Aufstieg ist keine Pflicht."

Das hatte im Sommer noch ganz anders geklungen. Die Scherpenberger hatten gleich das nächste große Ziel ausgerufen - den Durchmarsch in die Oberliga. "Alles andere wäre mit dieser Mannschaft auch unglaubwürdig", sagte Trainer Kay Bartkowiak damals. Tatsächlich war bereits der Aufstiegskader aus der Bezirksliga selbst für Landesliga-Verhältnisse hochkarätig besetzt und wurde mit Aydogmus und Coric zudem noch namhaft verstärkt.

Und der SVS hielt Wort, setzte sich schnell in der Spitzengruppe fest. Zwischenzeitlich führte der Neuling die Liga sogar für drei Spieltage an. Der derzeitige Tabellenzweite FSV Duisburg (4:1) und der 1. FC Kleve (3:0) wurden innerhalb von acht Tagen klar geschlagen. Das war ein Ausrufezeichen. Im Pokal schaffte das Team Siege gegen die Oberligisten SSVg Velbert (1:0 nach Verlängerung) und VfB Homberg (8:7 nach Elfmeterschießen). Erst in der Runde der letzten Acht zog der SVS beim Ligarivalen FSV Duisburg mit 6:7 im Elfmeterschießen den Kürzeren.

Als der Scherpenberger Platz gegen Ende der Hinrunde gesperrt war und die Mannschaft kaum trainieren konnte, gelang dreimal hintereinander kein Sieg. Der Rückstand auf Spitzenreiter Kleve, der ein Spiel mehr ausgetragen hat, beträgt jetzt sieben Punkte. "Wir sind weiter im Aufstiegsrennen dabei", sagte Bartkowiak. Dennoch war für ihn anschließend Schluss.

Private und berufliche Veränderungen hätten ihn bereits seit Monaten beeinträchtigt, sagte Bartkowiak. Der bisherige spielende Co-Trainer Ercan Sendag sowie Kay Bartkowiaks langjähriger Assistent Sezgin Demirci coachen das Team nun. Neben den Ex-Profis haben sich Paul Haag (SpVg Rheurdt-Schaephuysen), Meik Kuta, Sebastian Schulz und Bastian Paschke (alle Ziel unbekannt) verabschiedet.

(rk)
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