Lokalsport: SV Schermbeck freut sich zu früh

Lokalsport : SV Schermbeck freut sich zu früh

Der Fußball-Westfalenligist bejubelt beim 3:4 gegen den Delbrücker SV erst das späte Ausgleichstor. Doch kurz darauf schlägt der Gast noch einmal zurück. "Das war eine total unnötige Niederlage", ärgert sich Trainer Thomas Falkowski.

Die Spieler des Fußball-Westfalenligisten SV Schermbeck erlebten gestern ein Wechselbad der Gefühle. Erst hatten sie den späten 3:3-Ausgleich im Heimspiel gegen den Delbrücker SC gefeiert, um postwendend doch wieder Frust zu schieben. Evans Ankomah-Kissi unterlief ein Schnitzer in der Abwehr, den Gästeakteur Marco Rüskaup eiskalt ausnutzte. "Das darf ihm nicht passieren", sagte Coach Thomas Falkowski. So gab es für den neuen Trainer in seinem ersten Pflichtspiel vor eigenem Publikum eine 3:4 (1:2)-Niederlage.

Der 33-jährige Trainer konnte doch auf die Stürmer Marc Schröter und Dominik Milaszewski zurückgreifen, deren Einsatz wegen muskulärer Probleme fraglich war. In der Anfangself beorderte er Maik Habitz in die Vierer-Abwehrkette und ließ Evans Ankomah-Kissi auf der Bank. Damit hoffte er, die Kopfballhoheit der Gäste eindämmen zu können. Die Schermbecker Standardsituationen wurden von Patrick Rudolph und Kevin Rudolph ausgeführt. Marek Klimczok, bisheriger Herr der Standards beim SVS, sollte stattdessen seine Kopfballstärke im Strafraum ausspielen.

Und der erste Freistoß von Kevin Rudolph brachte auch direkt ein Erfolgserlebnis. Auf Umwegen landete der Ball vor den Füßen von Torjäger Marc Schröter, der eiskalt zum 1:0 verwandelte (4.). Es entwickelte sich eine muntere Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Ein erneuter Freistoß für den SVS wurde für den Gastgeber zum Nachteil. Patrick Rudolph passte den Ball weit in der Hälfte Delbrücks fahrlässig und ohne Not in die Füße eines Gäste-Akteurs, der den von den Schermbeckern nie in den Griff zu bekommenden Marco Rüskaup bediente. Dessen Solo endete mit dem Treffer zum 1:1 (13.).

Nun übernahmen die Gäste das Kommando und hätten bis zur Pause mehr als nur einen zweiten Treffer erzielen können. Dieser resultierte aus einer höchst unglücklichen Situation, als Kevin Mule-Ewald im Strafraum Marco Rüskaup in den Weg lief und zu Fall brachte. Der Delbrücker wäre nie mehr an den Ball gekommen. Patrick Plucinski verwandelte den Elfmeter eiskalt (31.). Zuvor hatte Raphael Niehoff die Chance ausgelassen (25.), den SV Schermbeck erneut in Führung zu bringen.

In der Pause nahm Thomas Falkowski einige taktische Veränderungen vor. Evans Ankomah-Kissi kam ins Spiel und rückte in die Abwehr. Maik Habitz agierte nun im Mittelfeld. "Da ist er auch eine Klasse stärker", sagte sein Trainer. Zudem kam Marcel Titz für Routinier Marek Klimczok, an den das Spiel weitgehend vorbeigelaufen war. Der SVS dominierte nun größtenteils die Partie. Eine mustergültige Flanke von Dominik Milaszewski köpfte Maik Habitz zum Ausgleich ins Netz (53.). "Aber dann bekommen wir immer wieder diese dummen Gegentreffer", ärgerte sich Falkowski. Diesmal foulte Patrick Rudolph den Delbrücker Sergio Taveira-Pinto im Strafraum, Patrick Plucinski verwandelte vom Punkt wieder sicher (64.). In der turbulenten Schlussphase gelang erst Maik Habitz das 3:3. Im Gegenzug jubelte dann aber wieder Marco Rüskaup - Delbrücks bester Akteur markierte das Siegtor.

"Das war eine total unnötige Niederlage. Wenn wir drei Treffer zu Hause erzielen, dürfen wir nicht verlieren", ärgerte sich Thomas Falkowski.

(RP)
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