Lokalsport: SV Schermbeck feiert den Aufstieg

Lokalsport : SV Schermbeck feiert den Aufstieg

Fußball: Der Westfalenligist entscheidet das Relegationsspiel gegen den DSC Wanne-Eickel für sich. In der Verlängerung erzielt der eingewechselte Dennis Grodzik das Siegtor zum 3:2. Dabei spielt der SVS ab der 35. Minute in Unterzahl.

Die letzten Minuten des Spiels verbrachte der Tross des SV Schermbeck stehend an der Außenlinie und fieberte dem Schlusspfiff entgegen. Und als der Schiedsrichter das Relegationsspiel des Fußball-Westfalenligisten gegen den DSC Wanne-Eickel beendet hatte, stürmten alle Rot-Weißen auf den Platz und lagen sich in den Armen. Mit 3:2 (2:2, 1:1) nach Verlängerung hatte die Mannschaft von Trainer Thomas Falkowski das Entscheidungsspiel um den Aufstieg auf der Sportanlage des FC Marl gewonnen und das letzte Ticket für die Oberliga gelöst - zwei Jahre nach dem Abstieg.

Coach Thomas Falkowski und Co-Trainer Vehbija Hodzic bejubeln den Aufstieg des SV Schermbeck. Foto: Biene Hagel

"Wahnsinn", sagte der Coach nach dem Abpfiff. "Das war ein Riesenspiel. Ich bin überwältigt und nervlich am Ende." Etwas mehr als 1000 Besucher waren bei hohen Temperaturen gekommen, um den Kampf um den letzten freien Platz in der Oberliga Westfalen mitzuerleben. Sie sollten ihr Kommen nicht bereuen, denn sie erlebten ein intensives, aufregendes, am Ende gar dramatisches Spiel zwischen zwei gleichwertigen Mannschaften.

SVS-Spieler Aldin Hodzic (rechts) wurde in der 35. Minute mit der Gelb-Roten Karte vom Platz geschickt. Foto: Biene Hagel

Es bedurfte nur einer kurzen Abtastphase, dann nahm die Partie gehörig Fahrt auf. Nach einem langen Ball aus dem Mittelfeld war die Hintermannschaft des SVS zu schläfrig, um DSC-Stürmer Dawid Ginczek an einem Heber aus kurzer Distanz zu hindern, der prompt zum 0:1 führte (12.). "Den Treffer muss ich mir ankreiden", sagte Maik Habitz, der für den verletzten Nikolaj Zugcic ins Team gerutscht war.

Habitz, der trotz dieses Patzers eine überragende Leistung ablieferte, haderte allerdings nur kurz. Nur eine Minute nach dem Gegentor schlugen die Schermbecker zurück. Nach Einwurf und Kopfballverlängerung von der linken Seite verwandelte Marc Schröter per Kopf zum Ausgleich (13.). Die Falkowski-Elf war nun die bessere Mannschaft, vergab aber in der 26. Minute eine Doppelchance zur Führung. Nach einem Habitz-Freistoß scheiterte erst Schröter, danach Dominik Milaszewski aus kurzer Distanz.

Dann allerdings schwächte Aldin Hodzic seine Mannschaft, als er gelbvorbelastet seinen Gegenspieler kurz vor der Strafraumgrenze abräumte und dafür mit Gelb-Rot vom Feld geschickt wurde (35.). In Unterzahl agierte der SVS nun vorsichtiger, ließ aber weiterhin kaum etwas zu und rettete sich mit dem 1:1 in die Pause.

In der Anfangsviertelstunde der zweiten Halbzeit erhöhte der DSC Wanne-Eickel den Druck, kam aber lediglich zu zwei Halbchancen. Mitten hinein in diese Phase stach der SV Schermbeck ein zweites Mal zu. Ein Freistoß aus dem Mittelfeld fand Milaszewski im gegnerischen Strafraum, der geschickt verlängerte und zum 2:1 traf (65.).

Und als dann auch noch DSC-Akteur Christian Melchner nach wiederholtem Foulspiel den Platz verlassen musste (69.), schien der Erfolg für die Schermbecker zum Greifen nah. Bis in der 86. Minute der zuvor eingewechselte Peter Rios-Pfannenschmidt zu einem unwiderstehlichen Sololauf über fast den gesamten Platz ansetzte, von rechts in die Mitte flankte, wo erneut Ginczek goldrichtig stand und zum 2:2 verwandelte.

In der Verlängerung verließen beide Mannschaften schließlich die Kräfte. Eine Einzelaktion sorgte folgerichtig für die Entscheidung. Milaszewski verlängerte einen weiten Schlag aus der Abwehr geschickt mit der Fußspitze zum eingewechselten Dennis Grodzik, der mit dem Ball davon lief und aus 18 Metern Entfernung den Treffer zum 3:2 und damit zum Siegtor verwandelte (112.). "Mit diesem Aufstieg hat hier vor Monaten keiner mehr gerechnet", sagte Falkowski. "Am Ende ist es phänomenal, was meine Mannschaft über die gesamte Saison geleistet hat. Jetzt darf sie auch feiern."

(RP)
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