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Fußball: Sportplatz Bislich: "Das wird nie was"

Fußball : Sportplatz Bislich: "Das wird nie was"

Unendliche Geschichte um eine neue Anlage für den Dorfverein geht nach dem Giftmüll-Verdacht weiter. "Wir müssen jetzt auch über einen Plan B reden", sagt Vorsitzender Faerber, für den "die Sache einen bitteren Beigeschmack hat".

Der SV Bislich sah sich bereits am Ziel seiner Träume und wollte in den nächsten Tagen mit ersten Arbeiten beginnen. Jetzt droht bei der unendlichen Geschichte um eine neue Sportanlage für den Dorfverein zumindest die nächste Hängepartie. Oder auch mehr. Sven Sextro, seit Jahren Torhüter der ersten Fußball-Mannschaft, befürchtet das Schlimmste. "Das wird doch nie was. . .", kommentierte er auf seiner Facebook-Seite den RP-Artikel, in dem Anwohner Detlef Brüggert den Verdacht äußert, dass Giftmüll unter dem Standort des jetzigen Ascheplatzes am Feldwicker Weg liegen könnte. Dort soll die neue Anlage mit Kunstrasen und Clubheim entstehen.

Für Hans-Peter Faerber, den Vorsitzenden des SV Bislich, hat "die Sache einen bitteren Beigeschmack". Er wundert sich, dass der Anwohner gerade jetzt mit seinen Unterlagen an die breite Öffentlichkeit geht. "Der Mann wohnt seit Jahren da. Doch er meldet seine Bedenken erst jetzt an, da der neue Sportplatz gebaut und auf Lärmschutz verzichtet werden soll", sagt er.

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Dass am Standort des jetzigen Ascheplatzes, wo die neue Anlage entstehen soll, eine Müllkippe war, wisse man in Bislich seit langem. "Ich bin alter Bislicher. Ich habe früher auf der Kippe gespielt und Leergut gesammelt", sagt der 59-jährige Clubchef. Sein Vorgänger Friedhelm Bohländer glaubt nicht, dass das Erdreich unter der Anlage belastet ist. "Der Boden wurde ja untersucht, als der Ascheplatz gebaut wurde. Es gab nie Bedenken gegen die Anlage. Ansonsten hätten wir die Jugendlichen des Vereins doch auch nicht zum Training auf Asche geschickt", sagt Bohländer, der von 1999 bis 2010 Vorsitzender des SV Bislich war. Er hat den Eindruck, dass Anwohner Brüggert versuchen will, den Bau der Anlage zu verhindern.

Wie dem auch sei: Die Hoffnungen des SV Bislich, schon zu Beginn der kommenden Saison auf neuem Kunstrasen auflaufen zu können, dürften wohl platzen. "Wir lagen bislang im Plan. Jetzt ist der Termin zumindest stark gefährdet", sagt Faerber. Die Konsequenz ist für ihn, "dass wir auch über einen Plan B reden müssen". Sprich: Der Club will sich Gedanken machen, ob es nicht doch einen anderen Standort für die Anlage gibt. Denn eine lange Hängepartie will der SV Bislich nicht hinnehmen. "Die jetzigen Zustände im maroden Clubheim werden immer schlimmer. Wobei ich Verständnis dafür habe, dass die Stadt da kein Geld mehr rein steckt", sagt Faerber, für den eines sicher ist: "Ohne eine neue Anlage hat der SV Bislich keine Zukunft."

Das sieht auch Steffen Herden, Sportlicher Leiter des Vereins, so. "Wir brauchen den Kunstrasen." Herden war beim Thema nicht so zuversichtlich wie einige Vorstandskollegen. "Ich glaube erst, dass wir eine neue Anlage bekommen, wenn ich mit dem Fuß darauf stehe. Denn wir werden bei der Sache seit 20 Jahren für dumm verkauft", sagt Herden. Er hat Verständnis dafür, dass die Anwohner Klarheit über mögliche Altlasten haben wollen. "Das ist legitim." Doch er fragt sich: "Warum fordern sie das erst jetzt?"

(RP/rl)