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Lokalsport: Selbst der Trainer muss als Feldspieler aushelfen

Lokalsport : Selbst der Trainer muss als Feldspieler aushelfen

Der ersatzgeschwächte Handball-Landesligist SV Schermbeck bezwingt den HC Wölfe Nordrhein II mit 26:21.

Der SV Schermbeck erfüllte in der Handball-Landesliga seine Pflicht. Die Mannschaft gewann am Samstag die Heimpartie gegen den Drittletzten HC Wölfe Nordrhein II mit 26:21 (15:11) und geht mit vier Punkten Rückstand in das Top-Spiel beim Tabellenführer TV Kapellen, das am kommenden Sonntag, 11.15 Uhr, steigt. Auch dort hilft nur ein Sieg, wenn die Schützlinge von Trainer Thomas Keysers noch einmal ernsthaft in den Kampf um den Aufstieg eingreifen wollen. "Das war heute so etwas wie ein lockerer Aufgalopp für das nächste Wochenende", sagte der Coach des SVS. "Vor allem körperlich war der Gegner uns unterlegen."

Der HC Wölfe Nordrhein II trat fast ausnahmslos mit A-Jugend-Spielern an, die kaum in der Lage waren, die Schermbecker Abwehr aus dem Rückraum zu überwerfen. Dennoch hielt der Gast bis zur 23. Minute mit und lag lediglich mit 10:11 zurück. Erst in der Folge gelang es den SVS, sich Tor um Tor abzusetzen und zum Seitenwechsel mit 15:11 zu führen. "Gerade im ersten Durchgang haben wir vielfach nur den Keeper angeworfen", kritisierte Keysers. "Außerdem haben wir zu viele technische Fehler begangen."

Hinzu kam, dass sein ohnehin schon ersatzgeschwächtes Team weiteres Verletzungspech ereilte. Nachdem Jan Marienbohm bereits in der ersten Halbzeit mit einer Platzwunde am Kinn ausscheiden musste, stand kein Ersatzspieler mehr zur Verfügung. Selbst Keeper Niklas Bell war da schon längst als Feldspieler im Einsatz.

Als auch noch Daniel Robert mit einem ausgekugelten Finger zur Bank kam, musste Trainer Thomas Keysers selbst ran. Auf der Mittelposition übernahm er sofort das Regiment und traf in der 51. Minute unter dem Applaus der Schermbecker Traditionsmannschaften, die unter den rund 150 Besuchern waren, sogar zum 21:17. "Am Ende war der Sieg hochverdient", so der Coach. "Doch für die kommende Woche müssen wir uns personell etwas einfallen lassen." Gut möglich, dass dann auch wieder Michael Nölscher, der seine Karriere aus beruflichen Gründen für beendet erklärt hatte, wieder im Kader steht.

SV Schermbeck: Maile - N. Bell (3), Kempken (3), Fröhner-Soppe (3), Marienbohm (2), Döhmer (1), Robert (5), Weber (8/1), Keysers (1).

(beck)