Schermbeck: Interview mit dem Coach des Fußball-Oberligisten SVS

Fußball : Thomas Falkowski: „Wir haben Außergewöhnliches geleistet“

Der Coach des Neulings SV Schermbeck will mit seinem Team auch in der Oberliga offensiven Fußball spielen. Er freut sich auf die Saison und die Partien gegen Gegner, die einen klangvollen Namen haben.

Nach dem umjubelten Aufstieg gönnten sich die Fußballer des SV Schermbeck nur eine kurze Pause. Mit Schwung haben die Kicker vor ein paar Tagen bereits die Vorbereitung auf die anstehende Saison in der Oberliga aufgenommen. Arnulf Beckmann sprach mit Thomas Falkowski, dem Aufstiegstrainer des SVS, über die abgelaufene Spielzeit, Saisonziele und Gründe, warum sich ein Besuch bei seinem Club lohnt.

Herr Falkowski, warum lohnt es sich, in Schermbeck zum Fußball zu gehen?

Thomas Falkowski Weil der Zuschauer hier eine offensiv ausgerichtete Mannschaft erleben kann, die sich nicht versteckt und die den Gegner schnellstmöglich unter Druck setzt. Die Heimpartien der vergangenen Saison boten attraktiven Fußball und Spieler, die alles für ihr Team geben. Zudem kommen in der Oberliga-Saison Vereine mit klangvollem Namen zu uns. Ich denke da an Westfalia Herne, die Schalker Amateure, den TuS Haltern und auch die Clubs aus Ahlen, Hamm und Gütersloh. Das wird großartig.

Haben Sie bereits verarbeitet, was da in der vergangenen Saison passiert ist?

Falkowski Wir haben in der vergangenen Saison Außergewöhnliches geleistet, aber letztlich wird einem das wohl erst so richtig am ersten Spieltag der neuen Saison klar. Andererseits ist die Oberliga für mich und für einige meiner Spieler nichts Neues. Da kommt Großes auf uns zu, wenn wir am 12. August mit dem Auswärtsspiel in Gievenbeck starten.

Ist die Mannschaft für das Abenteuer Oberliga gerüstet?

Falkowski Absolut. Die Mischung aus Akteuren mit Oberliga-Erfahrung und jungen, hungrigen Spielern passt. Aber es gibt keinen Grund zur Vermessenheit. Wir werden vom ersten Spieltag an Punkte gegen den Abstieg sammeln müssen.

Wird der Verein personell noch nachbessern?

Falkowski Nein, mit der aktuellen Verpflichtung von Ivan Benkovic von Westfalia Herne sind unsere Personalplanungen abgeschlossen. Mit ihm haben wir endlich eine weitere echte Spitze neben Marc Schröter. Zusammen mit den anderen Neuen verfügt unser Spiel über noch mehr taktische Variabilität.

Neben den neuen Spielern kehren einige Langzeitverletzte in den Kader zurück.

Falkowski Kevin Mule-Ewald, Evans Ankomah-Kissi, Raphael Niehoff und Mike Habitz haben tatsächlich in der vergangenen Saison kaum gespielt und können wie Zugänge gewertet werden. Auch das wird uns in Sachen Stabilität helfen.

Was ist aus Ihrer Sicht verbesserungsbedürftig?

Falkowski Wir müssen hinsichtlich unserer guten Auftritte konstanter werden und defensiv als Team noch effektiver zusammenarbeiten. In der Aufstiegssaison haben wir für meinen Geschmack zu viele Gegentore kassiert. Auch individuelle Fehler müssen weiter minimiert werden. Und das Umschaltspiel wird in der Oberliga sicherlich noch wichtiger werden.

Erhöhen Sie die Trainingsumfänge?

Falkowski Das bleibt so wie in der Vorsaison. Eines ist sicher: Fit waren wir und konnten in jedem Spiel in der Schlussphase nachlegen. Aber diese Saison wird auch anstrengender werden. Es kommen 34 sehr schwere statt 30 Saisonspiele und die Teilnahme am Westfalenpokal auf uns zu. Da werden wir rotieren müssen. Schon am Samstag können wir mit einem erfolgreichen Auftreten bei der Dorstener Stadtmeisterschaft den ersten Titel einfahren.

Haben Sie Ihre Wunschelf im Kopf schon aufgestellt?

Falkowski Nein, weil wir in unserem System variabler spielen wollen und ich den Konkurrenzkampf möchte. Bei der Frage, wer spielen wird, gilt das Leistungsprinzip, so dass sich der eine oder andere auch mal auf der Bank wiederfindet.

Das Ziel ist klar: Drin bleiben und Spaß am Fußball haben, oder?

Falkowski Sicher, unser Ziel kann nur der Klassenverbleib sein. Aber wir freuen uns sehr auf die Auseinandersetzungen mit der Schalker U23 und auf die Nachbarschaftsduelle gegen Haltern. Und wir hoffen sehr, dass die Zuschauer unsere Spielweise honorieren und deutlich zahlreicher zu uns kommen werden. Die Mannschaft hätte diese Unterstützung verdient und wird den Fans sicher mit attraktivem Fußball etwas zurückgeben.

Derzeit ist das Stadion in Schermbeck noch eine Baustelle.

SV Schermbeck stellte am Sonntag, den 09.07.2017 im Waldstadion, Im Trog in Schermbeck die Mannschaft 2017/18 vor. Hier Raphael Niehoff Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services. Foto: FUNKE Foto Services
SV Schermbeck stellte am Sonntag, den 09.07.2017 im Waldstadion, Im Trog in Schermbeck die Mannschaft 2017/18 vor. Hier Evans Ankomah-Kissi Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services. Foto: FUNKE Foto Services
SV Schermbeck stellte am Sonntag, den 09.07.2017 im Waldstadion, Im Trog in Schermbeck die Mannschaft 2017/18 vor. Hier Kevin Mule-Ewald Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services. Foto: FUNKE Foto Services

Falkowski Aber nicht mehr lange. Der neue Kunstrasen wird in diesen Tagen verlegt. Und schon im September soll der erste Bauabschnitt des Abrahamhauses fertiggestellt werden. Ein Schmuckstück mit Kabinen, Fitnessräumen und einer Gastronomie mit Blick auf das Spielfeld. Das wird die Attraktivität des Besuches noch einmal deutlich erhöhen.

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