Fußball Rütter: "Wir müssen alles mitnehmen"

Wesel · PSV-Trainer will so lange wie möglich um den Titel kämpfen. Vorstand gibt grünes Licht für den Aufstieg in die Oberliga.

 Roger Rütter ist im dritten Jahr Trainer des Fußball-Landesligisten. In dieser Zeit hat der mittlerweile 38-Jährige den PSV Wesel vom Abstiegskandidaten zum Titelanwärter geformt.

Roger Rütter ist im dritten Jahr Trainer des Fußball-Landesligisten. In dieser Zeit hat der mittlerweile 38-Jährige den PSV Wesel vom Abstiegskandidaten zum Titelanwärter geformt.

Foto: Malz

Zehn Punkte aus den ersten vier Spielen – so gut ist der Landesligist PSV Wesel noch nie in ein neues Fußball-Jahr gestartet. Machte sich die Mannschaft in den vergangenen Spielzeiten ihre gute Ausgangsposition nach der Hinrunde noch regelmäßig kaputt, hat sie nun in den ersten Partien nach der Winterpause die Grundlage für den möglicherweise ganz großen Wurf gelegt.

Der PSV ist mittlerweile Titelanwärter Nummer eins. Dies weiß jeder, der die Tabelle lesen kann. Die Art und Weise, wie sich das nach wie vor ersatzgeschwächte Team zuletzt im Hexenkessel des 1. FC Kleve behauptete und anschließend den Mülheimer SV beinahe nach Belieben beherrschte, war beeindruckend. Dies führt dazu, dass selbst ein Spieler wie Kapitän David Mittelstädt, den sein Trainer vor Kurzem noch als den "Kopf der Mannschaft" bezeichnete, momentan nicht einmal einen Stammplatz hat. Die jungen Wilden, wie Stephan Sanders, Christopher Abel oder Necati Güclü haben sich zuletzt im Team des PSV festgespielt. "Es ist wirklich schön zu sehen, wie sich die einzelnen Spieler, aber auch wir als Team uns weiterentwickelt haben", meint Trainer Roger Rütter.

Den Weg, auf junge talentierte Spieler aus der Umgebung zu setzen, will der Verein auch bei einem möglichen Aufstieg in die Oberliga fortführen. "Wenn die Jungs es packen sollten, hätten sie es auch verdient in der Oberliga aufzulaufen. Als wir damals von der Bezirksliga in die Landesliga aufgestiegen sind, haben wir es genauso gehandhabt", sagt Fußball-Abteilungsleiter Holger Spychalski. Er ist ebenfalls mächtig stolz auf das, was die Mannschaft in dieser Saison leistet, will ihr aber zugleich keinen schweren Rucksack aufsetzen. "Es wäre wirklich schön, wenn wir aufsteigen würden. Wir müssen es aber nicht. Deshalb sollten wir der Mannschaft auch keinen unnötigen Druck machen."

Damit spricht er Roger Rütter aus der Seele. Der Coach will zwar so lange wie möglich um die Meisterschaft kämpfen. Er weiß aber um die starke Konkurrenz im Titelrennen. "Alle sprechen von uns und dem FC Kleve. Wir sollten aber auch den VfL Tönisberg und Viktoria Goch nicht vergessen. Diese Teams haben einen höheren Anspruch als wir", meint Rütter. Kurzum: Die Kontrahenten wollen aufsteigen, der PSV würde es gern. "Wir müssen alles mitnehmen. Natürlich dürfen unsere Spieler träumen. Den Oberligisten PSV hat es noch nie gegeben." Den würde es im Falle des Aufstiegs in jedem Fall geben, wie Spychalski versichert. "Der Vorstand hat schon grünes Licht gegeben. Die Auflagen sind nicht so dramatisch. Wir müssten unseren Hauptplatz lediglich mit einer Flutlichtanlage ausstatten. Und daran arbeiten wir bereits."

(RP)
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