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Fußball: Rückenwind aus Duisburg

Fußball : Rückenwind aus Duisburg

Der SV Schermbeck stellte am Samstag sein Team vor, mit dem er nach dem Urteil des Zivilgerichts in der Fußball-NRW-Liga spielen wird. Trainer Martin Stroetzel geht mit einem guten Gefühl in seine zwölfte Saison beim SVS. "Die Mannschaft ist stark genug für die Klasse."

Die Stimmung war am Samstag bestens, als der SV Schermbeck sein Team für die Saison 2009/2010 vorstellte, in der er nach dem Urteil des Landgerichts Duisburg nun doch in der Fußball-NRW-Liga spielen kann. "Unser Erfolg vor Gericht ist natürlich das Thema in Schermbeck. Diese Entscheidung wird uns noch einmal Rückenwind geben", sagte Coach Martin Stroetzel, der mit seinem Team eine harte erste Trainingswoche hinter sich hatte. Geändert hat sich am Programm der Vorbereitung durch die Entscheidung der Sechsten Zivilkammer des Landgerichts Duisburg nichts. "Wir haben ja ohnehin alles zweigleisig geplant", sagt Stroetzel, dem bei der Fahrt nach Duisburg auf der Autobahn ein Stein in die Frontscheibe seines Pkw geflogen war. "Scherben bringen eben Glück", meint Stroetzel mit Blick auf das Duisburger Urteil.

"Nicht die Katze im Sack gekauft"

Der Trainer ist guter Dinge, dass der SV Schermbeck ähnlich wie in der vergangenen Saison, als das Team trotz der Unruhe wegen des Lizenz-Entzugs im Endspurt den Klassenerhalt unter Dach und Fach brachte, in der NRW-Liga bestehen kann. "Die Mannschaft ist stark genug für die Klasse. Ich gehe außerdem mit einem viel besseren Gefühl als vor einem Jahr in die Saison", sagte er. Damals musste er die Rechnung noch mit vielen Unbekannten – sprich Neuzugängen, die er nicht kannte – machen. Sie ging nicht auf. Der Verein trennte sich früh von Spielern und musste personell nachlegen. "Ohne die Verpflichtungen in der Winterpause wären wir abgestiegen. Es passte einfach nicht im Kader", meinte Stroetzel.

Dass es jetzt passt, ist für den ehrgeizigen Übungsleiter, der mit dem SV Schermbeck in die zwölfte Saison geht, keine Frage. "Wir haben ja diesmal nicht die Katze im Sack gekauft." Schließlich sind die drei wichtigsten Verstärkungen alte Bekannte in Schermbeck. Abwehr-Hüne Stefan Zepanski (SF Lotte), der feine Mittelfeld-Techniker Yakup Köse (FC Gütersloh) und der spielende Co-Trainer Dirk Cholewinski (SV Zweckel) kehrten zurück. Drei Spieler, die echte Typen sind, die in der vergangenen Saison in der Mannschaft fehlten, die ihre Arbeit erst am Ende der Saison als homogene Einheit verrichtete.

Eine Chance für Thomas Schröder

Der Kader ist seit dieser Woche auch vollständig. Der SV Schermbeck verpflichtete am Dienstag in Vlado Drincic (SV Sodingen) den Stürmer, der noch fehlte. Der 1,93 Meter große Angreifer hatte tags zuvor im Probetraining einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Sandro Poch (Germania Gladbeck), Tuncay Turgut (VfB Hüls), Patrick Seitz (Duisburger SV), Fabian Winkels und Manuel Rottmann (beide eigene Jugend) sind die weiteren Neuen beim NRW-Ligisten.

Beim Training ist derzeit auch ein Spieler der zweiten Mannschaft dabei. Thomas Schröder macht die Vorbereitung mit – als Lohn für die guten Leistungen, die er in der Zweitvertretung (Kreisliga A) gezeigt hat, für die er acht Tore schoss. Oliver Dirr, Coach des Reserve-Teams, hat Martin Stroetzel empfohlen, den Bruder von SVS-Torhüter Stefan Schröder einmal etwas ausgiebiger zu testen. "Ich werde mir ein Bild von ihm machen. Wenn er überzeugt, bleibt er im Kader", sagt Stroetzel.

(RP)