Fußball: Ridder zum GSV Moers

Fußball: Ridder zum GSV Moers

Thomas Ridder, der Anfang Oktober nach nur sieben Begegnungen als Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Bislich entlassen wurde, feiert jetzt als Spieler überraschend ein Comeback auf dem Platz. Der 39-jährige Ex-Profi läuft nach der Winterpause für den Landesligisten GSV Moers auf, der mit dem PSV Wesel in einer Gruppe spielt. RP-Sportredakteur Joachim Schwenk sprach mit Thomas Ridder, der für die SG Wattenscheid sieben Spiele in der Ersten Bundesliga bestritt und dabei einen Treffer erzielte.

Beim SV Bislich wollten Sie sich eigentlich auf den Trainer-Job konzentrieren und haben als Spieler nur deshalb ausgeholfen, weil das Personal knapp war. Wie kommt's, dass sie es jetzt eine Klasse höher in der Landesliga noch einmal als Spieler wissen wollen?

Ridder So ganz ohne Fußball geht es halt doch bei mir noch nicht. Der Moerser Trainer Werner Wildhagen, unter dem ich schon beim 1. FC Bocholt gespielt habe, hat mich gefragt, ob ich beim GSV Moers aushelfen könnte. Denn der Kader des GSV ist sehr klein und die Mannschaft hat einiges Verletzungspech gehabt. Ich habe zugesagt. Denn fit bin ich, weil ich nach meiner Entlassung beim SV Bislich nicht auf der faulen Haut gelegen habe. Jetzt will ich mal sehen, was aus der Sache beim GSV Moers wird. Ich gehe die Geschichte jedenfalls ohne großen Druck an.

Ein Aushilfsjob für ein halbes Jahr also?

Ridder Das ist nicht gesagt. Wenn ich merke, dass es beim GSV Moers gut läuft, kann ich mir durchaus vorstellen, noch eine Saison in der Landesliga dranzuhängen. Denn der Verein hat gute Perspektiven, da er jetzt auch auf einer neuen Anlage spielt.

Der alte Kunstrasenplatz des GSV Moers war berühmt-berüchtigt und bei der Konkurrenz gefürchtet. Wären Sie auch nach Moers gewechselt, wenn Sie auf diesem Platz hätten spielen müssen?

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Ridder Sehr wahrscheinlich nicht. Ich musste in meiner Laufbahn zum Glück nur zweimal auf dem Moerser Kunstrasen kicken. Das war mit Abstand der schlimmste Platz, auf dem ich gespielt habe. Doch diese Zeiten sind für den Verein und seine Gegner jetzt ja glücklicherweise vorbei.

Der GSV Moers hat als Tabellenfünfter zehn Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter Viktoria Goch. Ist die Meisterschaft für Ihren neuen Verein noch ein Thema?

Ridder In dieser Spielzeit ist der Zug nach ganz oben sicherlich abgefahren. Doch in der kommenden Saison will der Verein oben angreifen. Und ich möchte dabei helfen – ob als Spieler oder vielleicht sogar als Co-Trainer.

Den Trainer Thomas Ridder wird es trotz der schlechten Erfahrungen beim SV Bislich, wo schon nach wenigen Wochen das Aus kam, also weiter geben?

Ridder Auf jeden Fall. Ich werde da dran bleiben. Es gibt ja auch keinen Grund, die Flinte schon ins Korn zu werfen, nur weil es beim SV Bislich nicht geklappt hat. Ich habe in Bislich sicherlich Fehler gemacht, aus denen ich gelernt habe. Ich war vielleicht etwas zu ehrgeizig. Doch wir haben zu Beginn der Saison auch Verletzungspech gehabt, was bei dem kleinen Kader nur schwer zu verkraften war. Das war ausschlaggebend für den schlechten Start. Die Mannschaft hat auf jeden Fall das Zeug, um in der Klasse zu bleiben. Das hat sie zuletzt ja auch gezeigt.

(RP)