Fußball: Ridder ist kein Notstopfen

Fußball: Ridder ist kein Notstopfen

Der 39-jährige ehemalige Bundesliga-Spieler, der zuletzt als Trainer beim Bezirksligisten SV Bislich arbeitete, will es auf dem Fußball-Platz noch einmal wissen. Er läuft künftig für den Landesligisten GSV Moers auf.

Dass Fußballspieler nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn den Platz auf dem Feld mit dem auf der Trainerbank tauschen, ist nun wirklich nichts Besonderes. Ungewöhnlicher ist da schon die Vita von Thomas Ridder. In einem für Fußballer ungewöhnlich hohen Alter von 39 Jahren geht der Angestellte den umgekehrten Weg. Von der Trainerbank des Bezirksligisten SV Bislich wechselt er, wie berichtet, in die Landesliga-Mannschaft des GSV Moers, einem der Konkurrenten des PSV Wesel.

Fußball spielt Ridder bereits seit frühester Jugend. Und er hat es in seiner sportlichen Laufbahn immerhin bis zum Bundesliga-Spieler bei der SG Wattenscheid 09 gebracht. In 21 Begegnungen stand er für Wattenscheid in der Ersten und Zweiten Liga auf dem Platz und erzielte dabei auch ein Tor. "Das war gegen Olli Reck, als der noch bei Werder Bremen gespielt hat. Wir haben ein 2:2 erreicht. Mein Tor war der Treffer zum Endstand", sagt Ridder. Lang, lang ist's her. Ridder schoss das Tor am 26. Spieltag der Saison 1993/1994 vor 5500 Zuschauern im Wattenscheider Lorheide-Stadion.

Preußen Münster, Rot-Weiß Essen, Fortuna Köln, Eintracht Braunschweig und die SSVg. Velbert waren seine weiteren Stationen, ehe er zum 1. FC Bocholt kam. Dort traf er erstmals auf den aktuellen Trainer des GSV Moers, Werner Wildhagen. Diese seit Jahren bestehende Bekanntschaft führte nun zum Wechsel von Thomas Ridder in die Grafenstadt. Sein wenig glückliches Engagement als Trainer bei den Bislichern endete bereits im Oktober vergangenen Jahres nach nur sieben Pflichtspielen. Ridder wurde entlassen, nachdem er seinem Team vorher ein Ultimatum gestellt hatte.

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Warum gerade der Wechsel zum GSV Moers? Ridder: "Werner Wildhagen hat in Moers nur einen sehr kleinen Spielerkader. Da hat er mich gefragt, ob ich nicht noch einmal Lust hätte, mir die Fußballschuhe anzuziehen. Ich habe mich die gesamte Zeit hindurch fit gehalten und spiele auch noch regelmäßig in der Traditionsmannschaft von Rot-Weiß Essen. Zudem reizte mich die neue Platzanlage in Moers."

Dass der GSV die laufende Saison nun doch noch auf dem ebenso alten wie unbeliebten Kunstrasen auf dem Hockeyplatz am Schlosspark zu Ende spielen muss, findet Ridder mehr als schade. "Immerhin noch besser als Asche", sagt er unübersehbar süffisant. Vor einer Woche hatte der Moerser Vorstand diesen Beschluss den Spielern der Landesliga-Mannschaft mitgeteilt. Das wird nicht nur die GSV-Kicker ärgern. Denn der Kunstrasen des GSV ist bei der Konkurrenz gefürchtet.

In zwei Testspielen des GSV hat Ridder sein Können schon zeigen können. "Es lief ganz gut. Wenn ich verletzungsfrei bleibe, dann wird Wildhagen mich wohl auch einsetzen", sagt Ridder über seine Auftritte als Innenverteidiger in der Abwehr. Dass er nur eine Art Notstopfen wegen der Personalmisere der Moerser sei, weist der ehemalige Profi energisch zurück. Mehr noch: Ridder gibt sich betont kämpferisch. "Wenn alles gut läuft, dann hänge ich vielleicht noch ein Jährchen in Moers dran."

(RP)
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