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Leichtathletik: Richtige Entscheidung

Leichtathletik : Richtige Entscheidung

Die TuS Drevenack machte sich die Sache am Freitagabend nicht leicht. Doch sie traf die richtige Entscheidung, als sie den sechsten Abendlauf wegen eines Gewitters stoppte. Dass es für diesen Entschluss Applaus von vielen Läufern gab, die über eine Stunde vergeblich auf ihren Start gewartet hatten, beweist: Diesen Sportler wäre nicht wohl in ihrer Haut gewesen, wenn sie auf die Strecke geschickt worden wären, während immer noch Blitze unheilvoll über den Stadion am Buschweg zuckten.

Eine Woche nach dem tragischen Blitz-Unfall in Xanten war Vorsicht oberste Bürgerpflicht. Die Verantwortlichen durften keine andere Entscheidung treffen. Auch wenn einige wenige Athleten massiv den Start gefordert hatten und darauf verwiesen, dass man doch keine Sekunden über einen Abbruch nachgedacht hätte, wenn das tragische Unglück in Xanten sich nicht ereignet hätte. Das mag stimmen. Doch weil Xanten war, blieb der TuS Drevenack keine andere Wahl.

Dass der eine oder andere Sportler dann sein Startgeld von sechs Euro zurückforderte, spricht für sich. Diese Läufer scheinen zu vergessen, wie viel ehrenamtliche Arbeit ein Verein in die Vorbereitung einer Großveranstaltung wie den Abendlauf, für den es ein Rekordergebnis von 855 Meldungen gab, steckt. Natürlich darf man enttäuscht sein, wenn ein Rennen ausfällt, auf das man sich vielleicht gezielt vorbereitet hat. Aber vielleicht kann man sich auch die Mühe machen, nur eine Sekunde darüber nachzudenken, wie groß erst die Enttäuschung beim Veranstalter ist, für den die Arbeit von Wochen fast für die Katz war.

(RP)