PSV Wesel wählt beim Sieg gegen Spitzenreiter Kray die richtige Taktik.

Fußball : PSV mit Härte und Cleverness zum Sieg

Feinkost bot das Duell mit dem souveränen Spitzenreiter FC Kray sicher nicht. Dafür zieht Landesligist PSV Wesel dem spielerisch überlegenen Gegner aber mit robuster Spielweise und der richtigen Taktik am Ende den Zahn.

Dieter Ellerbrock blickt als Vorsitzender des Stadtsportverbandes Voerde gerne über den Tellerrand hinaus. Am Sonntagnachmittag machte sich der 79-Jährige auf den Weg nach Wesel, um sich die Partie in der Fußball-Landesliga zwischen dem PSV Wesel und dem souveränen Spitzenreiter FC Kray anzuschauen. „Ich dachte, ich sehe mir mal ein richtig gutes Fußballspiel an“, sagte er.

Doch schon zur Pause war Ellerbrock bedient: „Das ist ja nur ein Geholze.“ Eine Sichtweise, die der neutrale Fan keineswegs exklusiv hatte. Vor allem die Gästeanhänger aus Essen dachten ähnlich. Für PSV-Coach Björn Assfelder war die Härte, die sein Team an den Tag legte, dagegen ein legitimes Mittel, um gegen das Ensemble hochveranlagter Einzelkönner auf der anderen Seite eine Chance zu haben. Der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel. Und der Erfolg gab Assfelder beim 3:0-Sieg seiner Mannschaft am Ende natürlich recht.

Dabei war es auch keineswegs so, dass der PSV wirklich brutal zu Werke gegangen war. Ein, zwei härtere Fouls gab es tatsächlich, dazu einfach viele kleinere Nickeligkeiten, die halfen, den Krayer Spielfluss zu bremsen. Bemerkenswert war dabei, wie sich das junge PSV-Team nicht nur körperlich gegen einen mit ehemaligen Oberliga- und Regionalligaspielern gespickten Kontrahenten behauptete, sondern in vielen Momenten auch cleverer agierte.

Ein Jona Sobotta zum Beispiel kickte in der vergangenen Spielzeit noch für die A-Junioren des PSV in der Leistungsklasse. Am Sonntag stand der 19-Jährige in der Innenverteidigung ebenso seinen Mann wie Nebenmann Timo Giese, der diese Position auch nicht häufig bekleidet. Ganz viel hielten zudem auch die Vorder- und Nebenleute des Duos vom PSV-Tor ab.

Assfelders Plan ging voll auf: „Wir wollten offensiv verteidigen, weil wir wussten, dass wir sie nur in ihrer Hälfte knacken können“, sagte der Coach. Bei Ballgewinn versuchte der Gastgeber dann selbst ganz schnell gefährlich zu werden. Gerade über die rechte Seite funktionierte das auch sehr gut. Hier schnaufte Christopher Abel zwar schon nach zehn Minuten merklich, machte dafür aber noch sehr lange richtig Betrieb und bereitete nicht zuletzt den 1:0-Führungstreffer durch Eray Tuncel mit vor.

Gleich nach Spielende bemühte sich Assfelder, den Erfolg nicht zu hoch zu bewerten. Getreu dem Motto, dass es auch für Siege gegen den Tabellenführer nur drei Zähler gibt. Und er weiß auch nur zu gut, dass der gelungene Start ins Jahr die kommenden Aufgaben nicht leichter macht. Schon gar nicht, wenn der PSV auswärts ran muss. Wie am Sonntag beim VfB Frohnhausen.

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