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Fußball: Premiere bei Dortmunder Meisterfeier

Fußball : Premiere bei Dortmunder Meisterfeier

Janis Blaswich gehörte vor einer riesigen Kulisse erstmals in einem Bundesliga-Spiel zum Aufgebot von Borussia Mönchengladbach. Der 20-jährige Mehrhooger saß als Ersatzkeeper im Dortmunder Fußball-Tempel auf der Bank, als die andere Borussia mit einem 2:0-Erfolg gegen Gladbach ihr Meisterstück machte.

Joachim Schwenk sprach mit dem Torhüter, der seine Laufbahn beim VfR Mehrhoog begann.

Haben Sie die Atmosphäre im Stadion trotz der Niederlage Ihrer Borussia auch ein wenig genossen?

Blaswich Die Stimmung im Stadion mit mehr als 80 000 Zuschauern war phänomenal. Ich hätte sie aber natürlich noch mehr genossen, wenn wir die Partie gewonnen hätten. So war die Stimmung bei uns selbstverständlich ein wenig gedrückt. Für mich war es aber ein Erlebnis, ausgerechnet in Dortmund erstmals in der Bundesliga auf der Bank zu sitzen. Ich wäre aber auch so im Stadion gewesen. Ich hatte für mich und meine Schwester Lina, die Fan von Borussia Dortmund ist, Karten besorgt. Denn ich wollte unbedingt einmal ein Spiel in dieser Arena sehen. Jetzt war ich hautnah dabei.

Wann haben Sie erfahren, dass Sie für den erkrankten Christopher Heimeroth auf der Bank sitzen werden?

Blaswich Beim Abschlusstraining am Freitag hat mir Torwart-Trainer Uwe Kamps gesagt, dass Christopher Heimeroth eventuell nicht spielen kann und ich mit nach Dortmund fahren soll. Ich bin dann schnell in meine Wohnung in Mönchengladbach geflitzt und habe ein paar Sachen gepackt, um rechtzeitig zur Abfahrt am Stadion zu sein.

Waren Sie nervös?

Blaswich Die Vorfreude war größer. Das Erlebnis fing schon beim Einlaufen an, wir von den Dortmunder Anhängern ausgepfiffen und von unseren Fans gefeiert wurden.

Sie hätten ja auch eingesetzt werden können, weil Stammkeeper Marc-André ter Stegen sich in der zweiten Halbzeit an der Schulter verletzt hat.

Blaswich Er hatte ein paar Probleme. Deshalb habe ich mir auch bereits die Schienbeinschoner und Handschuhe angezogen. Doch dann kam schnell die Entwarnung.

Hätten Sie gerne gespielt, auch wenn Ihr Team da schon mit 0:2 zurücklag?

Blaswich Natürlich, obwohl man seinem Torhüter-Kollegen keine Verletzung gönnt, um zum Einsatz zu kommen. Doch ich will irgendwann in der Bundesliga spielen — egal, in welcher Situation mein Team sich befindet. Dafür trainiere ich jeden Tag.

Was sind Ihre nächsten Ziele?

Blaswich Ich möchte mit der zweiten Mannschaft, deren Stamm-Torhüter ich bin, noch Meister in der Regionalliga werden und den Aufstieg in die Dritte Liga schaffen. Wir haben als Tabellendritter fünf Spiele vor Schluss bei einem Rückstand von vier Punkten auf Spitzenreiter SF Lotte, der eine Partie mehr ausgetragen hat, noch alle Chancen.

(RP/top)