Handball: Pannen übernimmt

Handball: Pannen übernimmt

Der Leitwolf in der Mannschaft des Handball-Landesligisten HSG Wesel löst seine Teamkollegen Michael Hillig und Falko Gaede nach dieser Saison als Spielertrainer ab. Er will ein neues Team mit jungen Akteuren aufbauen.

Die HSG Wesel setzt bei der Trainerfrage weiter auf eine Lösung in den eigenen Reihen. Die Akteure Michael Hillig und Falko Gaede hatten kurz vor dem Startschuss zu dieser Spielzeit den erst wenige Wochen zuvor verpflichteten Jörg Dusy, der keinen Draht zu seinem neuen Team gefunden hatte, abgelöst. Das Modell Spielertrainer wird's beim Handball-Landesligisten auch in der kommenden Saison geben. Christian Pannen, als Denker und Lenker im Rückraum der Leitwolf in der Mannschaft, übernimmt den Job von seinen Teamkollegen und hat sich eine Menge vorgenommen. "Ich möchte bei der HSG einiges bewegen und einen Neuaufbau mit jungen Spielern starten. Erste Gespräche mit möglichen Neuzugängen gibt es bereits", sagte der 29-jährige Pannen gestern.

"Sein Wort hat viel Gewicht"

Hillig und Gaede hatten zuvor erklärt, dass sie nicht über dieser Saison hinaus zur Verfügung stehen. "Ich habe aus beruflichen Gründen nur ein Mal in der Woche Zeit für das Training. Das ist nicht ideal", sagte Torhüter Michael Hillig, der nach überstandener Kreuzband-Operation künftig nur noch im zweiten Team spielen wird. Er will Pannen zudem als Torwart-Trainer unterstützen. Auch Gaede führte zeitliche Gründe für seinen Rückzug an.

Für ihn ist Pannen die optimale Lösung. "Sein Wort hat in der Mannschaft gerade bei den jungen Spielern sehr viel Gewicht. Christian ist in der Lage, die Dinge auf den Punkt zu bringen", sagte Gaede, der noch nicht entschieden hat, ob er bei der HSG weiter im Landesliga-Team auflaufen wird. "Wenn ich gebraucht werde, bin ich dabei. Ansonsten habe ich kein Problem damit, in die zweite Mannschaft zu gehen."

  • Lokalsport : Frauen-Mannschaft der HSG bleibt zusammen

Christian Pannen hatte schon in der vergangenen Saison ein kurzes Intermezzo als Trainer gegeben. Er vertrat in der ersten Runde der Relegation den damaligen Coach Sven Esser, der in Urlaub war. Mit beachtlichem Erfolg. Die HSG kam überraschend weiter. Der 29-Jährige will in der kommenden Spielzeit den Umbruch, der schon begonnen hat, weil wichtige Akteure bereits seit Monaten verletzt fehlen, "richtig durchziehen". Neben Michael Hillig werden auch Markus Seidler, Oliver Rühl und Ibou Cisse, der wegen einer Knieverletzung schon länger nicht dabei ist, nicht mehr zur Verfügung stehen.

Angebote von anderen Clubs

Pannen hatte auch Angebote von anderen Clubs. Er entschied sich aus zwei Gründen für die HSG. "Zum einen hänge ich mittlerweile ein bisschen an dem Verein. Zum anderen reizt mich die Aufgabe, mit jungen Leuten etwas Neues aufzubauen", sagte der Spieler mit Regionalliga-Erfahrung. In Simon Bühnen und Sebastian Willaschek stehen zwei Akteure aus der eigenen Jugend auf dem Sprung. Zudem will der Landesligist drei junge Spieler nach Wesel locken.

"Es wird nicht leicht, weil die HSG keine großen finanziellen Möglichkeiten hat. Doch ich hoffe, dass es klappt", sagt Pannen, der eigentlich kein Freund der Lösung Spielertrainer ist. "Denn man bekommt so viel nicht mit, wenn man selbst auf dem Feld steht." Deshalb kann er sich gut vorstellen, sich mehr und mehr auf die Arbeit auf der Bank zu konzentrieren. "Wenn es gut läuft, werden die jungen Leute spielen. Ich muss nicht jedes Spiel mehr als 30 Minuten auf dem Feld stehen."

(RP)