Lokalsport: Neuanfang mit Lindemann beim VfB Rheingold

Lokalsport : Neuanfang mit Lindemann beim VfB Rheingold

Fußball-Kreisliga B: Der ehemalige Coach des SV Bislich soll beim Emmericher Traditionsclub wieder sportlich bessere Zeiten einleiten.

Vor dem letzten Testspiel gegen den SV Siegfried Materborn (6:2) war das Wetter am Eugen-Reintjes-Stadion regnerisch und trist. Passend zur vergangenen Saison in der Fußball-Kreisliga A, die in jeder Hinsicht für den VfB Rheingold Emmerich verkorkst war und schließlich auch mit dem bitteren Absturz des Traditionsclubs in die Kreisliga B endete.

Damit sich die Stimmung beim VfB Rheingold möglichst schnell wieder aufhellt, mussten in den vergangenen Wochen etliche Baustellen abgearbeitet werden. "Ich habe das Ganze dann doch schneller verdaut als gedacht. Es war einfach keine Zeit da, um zu trauern. Es gab so viel zu tun", sagt Marco Heinen, der als neuer Fußball-Obmann mit dem stellvertretenden Vorsitzenden Thorsten Thüß das Team für die Saison 2017/2018 zusammengestellt hat.

Als verantwortlichen Coach holte das Duo Dennis Lindemann, der im November 2016 beim damaligen Bezirksligisten SV Bislich zurückgetreten war. "Ich hatte natürlich gehofft, dass Rheingold der Klassenerhalt noch gelingt, aber wenn ich einmal zusage, dann bleibe ich auch dabei", sagt der 36-Jährige. "Entscheidend ist das Projekt, das ich einfach sehr spannend finde."

Unterstützt wird Dennis Lindemann, der als Spieler und Trainer insgesamt sechseinhalb Jahre in Bislich tätig war, von Sebastian Buhners. Den 29-Jährigen, der wegen eines Kreuzbandrisses die gesamte Saison ausfällt, brachte der neue Rheingold-Coach vom SV Bislich mit. Zusammen bilden sie nun eine Fahr-Gemeinschaft aus Wesel, zu der auch Daniel Weigle (28) gehört. Der Neuzugang ist der Schwager von Dennis Lindemann und kommt vom TuS Leopoldshöhe bei Bielefeld. Weigle bringt Erfahrung aus der Bezirksliga und der Kreisliga A mit.

Mit seiner Routine soll den Emmerichern auch Mittelfeldakteur Andreas Mansfeld (34) helfen, der zuletzt ebenfalls für den SV Bislich aufgelaufen ist. Zudem wurde Alexander Lohmann verpflichtet, der bis zur Winterpause der letzten Saison mehrere Jahre beim SV Vrasselt kickte. "Dieser Wechsel wäre ohne die Hilfe von Alexander Lohmanns Bruder Pascal sicherlich nicht möglich gewesen", so Thüß. Pascal Lohmann gehörte in der vergangenen Saison zu einem kurzfristig reaktivierten Trio mit seinem Bruder David Lohmann und Mathias Pfände, das in den letzten Partien das Ruder im Abstiegskampf noch herumreißen sollte - letztlich ohne Erfolg.

Sollte es beruflich machbar sein, möchte auch Ertug Cosgun, der ebenfalls einmal für den SV Bislich gespielt hat, wieder angreifen. Weitere Zugänge beim VfB Rheingold sind Leroy Nienhaus (Fortuna Elten) und Ahmet Kanat (VfR Warbeyen). Den Kader vervollständigen Akteure aus der zweiten Mannschaft und der eigenen Jugend.

Den VfB Rheingold haben aber auch einige Akteure verlassen. In Juri Wolff, Calvin Stein und Fabian Meyer zog es ein Trio zum RSV Praest. Maveric Hülsmann wechselte zum SV Vrasselt. Nicht mehr zur Verfügung stehen Marco Köster, Lukas Voetmann, Malte Arens und Joel van der Linden, die ihre Laufbahn beendet haben oder eine Pause einlegen.

In der vergangenen Saison haben die Verantwortlichen vor allem ein Mentalitätsproblem ausgemacht. "Wenn man ehrlich ist, hat zu oft das Feuer gefehlt", sagen Heinen und Thüß. Ein Saisonziel will Lindemann nicht ausgeben. "Wir wollen oben mitmischen, das muss auch unser Anspruch sein. Einen Aufstieg kann man aber nicht planen." Dass noch viel Arbeit auf den Trainer wartet, haben die Testspiele gezeigt. Es haperte vor allem in der Defensive. Das war schon in der vergangenen Saison der Schwachpunkt.

(RP)