Neuanfang beim TuS Gahlen nach dem Abstieg aus der Fußball-Bezirksliga.

Fußball : Der „verdiente“ Abstieg des TuS Gahlen

Für Übergangstrainer Peter Seemann war es keine Überraschung, dass der Neuling nur ein Jahr nach dem Aufstieg den Gang zurück in die Kreisliga A antreten musste. Mit dem neuen Coach Thomas Grefen soll es wieder aufwärts gehen.

Der Rückblick auf die vergangene Saison fällt Spielern und Verantwortlichen des TuS Gahlen noch immer nicht leicht. Kein Wunder, denn nach 30 Spieltagen war der Fußball-Bezirksligist wieder ein A-Kreisligist. 28 Punkte waren am Ende zu wenig, um in der Klasse zu bleiben. Nur ein Jahr nach dem furiosen Aufstieg ging es für das Team wieder einen Schritt zurück.

„Das Potenzial, in der Bezirksliga zu bleiben, war dennoch da. Aber vor allem in den Duellen in der Endphase der Saison, als es gegen unmittelbare Konkurrenten ging, war zu sehen, dass der Abstieg, das muss man leider so sagen, verdient war”, sagt Peter Seemann, der in jener Phase auf der Gahlener Trainerbank saß.

Dass die Gahlener nach dem Sturz in die A-Liga nun einen Neuanfang machen müssen, fällt sicher nicht ausschließlich in den Verantwortungsbereich des Coaches. Denn als Seemann das Traineramt beim TuS übernahm, steckte das Team bereits tief im Abstiegskampf. Als einer von drei Übungsleitern löste er Dirk Cholewinski sieben Spieltage vor dem Saisonende ab. Sein Vorgänger hatte wiederum kurz vor Beginn der Spielzeit den offiziell aus beruflichen Gründen zurückgetretenen Björn Bennies beerbt. Glücklich und vor allem erfolgreich wurden weder Cholewinski noch Seemann mit dieser Aufgabe.

„Drei Trainer in einer einzigen Saison sorgen nicht gerade für ein stabiles Umfeld”, so Seemann. Dass auch er nicht mehr dazu in der Lage war, das Blatt zu wenden, ärgert ihn vor allem deshalb, weil die Chancen da waren, das rettende Ufer zu erreichen. Aber ganze drei Punkte aus den letzten sieben Saisonspielen, von denen kein einziges gewonnen wurde und in denen  es immer mindestens ein Gegentor gab – das war am Ende zu wenig.

„Vor allem unser Defensivverhalten war ganz einfach zu mangelhaft”, sagt Seemann. Hinzu kam, dass der Verein mit einem kleinen Kader in die Saison gegangen war, so dass jede Verletzung und jede Sperre unmittelbare Auswirkungen auf das Team und dessen Leistung hatte. Und während viele Konkurrenten im Abstiegskampf die Winterpause nutzten, um personell nachzulegen, tat sich beim TuS in dieser Hinsicht nichts. „Zudem haben wir uns mit einigen unüberlegten Aktionen, in denen wir uns Gelbe und Rote Karten einhandelten, selbst weiter geschwächt”, sagt der Ex-Coach.  

Probiert hat der TuS Gahlen dennoch alles, legte immer wieder Akteure aus der zweiten Mannschaft oder dem eigenen A-Junioren-Team nach, stand aber am Ende dennoch mit leeren Händen dar. „Am Einsatz der Spieler hat es wahrlich nicht gelegen”, sagt Seemann und fügt hinzu: „Doch in der Summe waren die einzelnen Aspekte dann einfach zu viel, um nicht abzusteigen.”

Den Stab, das war schon bei Amtsübernahme klar, gibt Seemann nun unter anderem an seinen Sohn Dominik weiter, der den neuen Mann auf der Trainerbank unterstützt. Thomas Grefen (49) trägt künftig die sportliche Verantwortung beim A-Kreisligisten. Er kommt vom VfB Lohberg nach Gahlen. „Wir wollen uns in den kommenden Jahren in der Bezirksliga etablieren”, sagte Grefen im Mai, als sich beide Seiten einig wurden und die Gahlener noch auf den Klassenerhalt hoffen durften. Jetzt muss Grefen mit Beginn der Vorbereitung zunächst am Wiederaufstieg basteln, damit er sein eigentliches Ziel realisieren kann.

Hierfür bringt er aber auch gleich Unterstützung von seinem ehemaligen Club mit. Leon Schliebach, 20-jähriger Mittelfeldspieler, hatte sich 2017, nachdem er zuvor als Juniorenakteur bei RW Oberhausen und Arminia Klosterhardt gespielt hatte, dem VfB angeschlossen. Nun kommt er zum TuS.

Auch Dirk Cholewinski hatte in Gahlen kein Glück. Foto: Gerd Hermann

Das gilt auch für die Bastian und Tim Bruß. Bastian stand zuletzt im Aufgebot des SuS 09 Dinslaken, Tim spielte für den VfB Lohberg. Das alles stimmt den neuen Coach optimistisch: „Wir werden eine gute Mannschaft haben, gestärkt durch eine gute Jugendabteilung auf einer Platzanlage, die Oberliga-Ansprüchen genügt.“ Auch dies sind Worte von Thomas Grefen bei seiner Vorstellung im Mai.