Lokalsport: Müller staunt über Sieg beim Abendlauf

Lokalsport: Müller staunt über Sieg beim Abendlauf

Der Walsumer Triathlet erzielt bei der 13. Auflage der Veranstaltung im Hauptrennen über 10.000 Meter seine bislang schlechteste Zeit - und gewinnt erstmals. Ausrichter TuS Drevenack freut sich über das Ergebnis von 1207 Meldungen.

Christoph Müller hatte nach dem Rennen schon wieder schnell Luft für ein Interview. "Das ist schon paradox. Da starte ich zum x-ten Mal hier und gewinne den Lauf zum ersten Mal - mit meiner schlechtesten Zeit", sagte der Sieger des Hauptrennens über 10.000 Meter beim Abendlauf der TuS Drevenack. Der 35 Jahre alte Ausdauerathlet des TRC Essen lief am Freitagabend in 36:27 Minuten bei der 13. Auflage der Veranstaltung als Erster durchs Ziel im Stadion am Buschweg. Schnellste Frau über die zehn Kilometer war Nina Koopmann (ASV Duisburg) in 40:34 Minuten.

"Ich konzentriere mich eigentlich mehr auf Triathlon. Aber in Drevenack starte ich immer wieder sehr gerne", sagte Christoph Müller, der im nächsten Monat von Walsum nach Hünxe zieht. Er hat jetzt ausgezeichnete Chancen, die aus den Rennen in Schermbeck, Raesfeld, Drevenack und Hamminkeln bestehende Laufserie um den Lippe-Issel-Cup zum dritten Mal zu gewinnen. "Dabei kann ich aus privaten Gründen derzeit nicht so viel trainieren, wie ich es schon mal konnte", sagte der Sieger, der über 10.000 Meter eine persönliche Bestzeit von 34:00 Minuten aufweist.

Sieger Christoph Müller beim Zieleinlauf im Stadion am Buschweg. Foto: Markus Joosten

Der Niederländer Melchior van de Pol schaute sich auf der letzten Runde im Stadion mehrfach um. Doch seinem Verfolger Heinz van Dongen (TSV Weeze) hatte er mit einer Tempoverschärfung den Zahn gezogen und siegte im Rennen über 5000 Meter in 17:24 Minuten. "Ich laufe fünf bis zehn Mal pro Jahr in Nordrhein-Westfalen", sagte der 49-jährige van de Pol. "In Holland gibt es sehr viele Läufe, aber wenige mit so einer tollen Atmosphäre wie hier." Bei den Damen erreichte Lina Killisch vom Ausrichter TuS Drevenack in 19:52 Minuten den zweiten Rang.

Lob hört der Gastgeber natürlich gerne. Dabei hatten Chef-Organisator Manfred Franz und seine Crew morgens noch große Sorgen. "Um 10 Uhr herrschte nach einem halbstündigen Regenguss auf der Laufbahn im Stadion Land unter. Aber das hatte sich zum Glück schnell geändert", sagte Franz.

Nur den potenziellen zweiten Parkplatz im Ort konnte die TuS wegen der Wassermassen der letzten Tage nicht anbieten. Die knapp bemessenen Parkmöglichkeiten sorgten dafür, dass die Einweiser auf dem Ausweich-Spielfeld der TuS-Fußballer die Autos mit präzisen Gesten wie am Flughafen deutlich enger parkten als sonst.

Ansonsten zog Manfred Franz einmal mehr ein durchweg positives Fazit. "1207 Anmelder sind optimal für uns. 402 Starter im Hauptlauf ist auch eine gute Zahl." Entwarnung konnte der Veranstalter zudem für einen afghanischen Flüchtling geben, der kurz vor dem Ziel beim 5000-Meter-Lauf zusammengebrochen war. "Nach Angaben des Krankenhauses geht es dem Mann wieder gut", so Franz.

Zu den Gästen im Stadion am Buschweg gehörte auch der Voerder Bürgermeister Dirk Haarmann - allerdings in Jeans. "Ich bin mit meinen Töchtern hier, die ihre erste große Veranstaltung laufen", sagte der ehemalige Erste Beigeordnete der Stadt Wesel, der selbst auch joggt. "Aber ich mache keine Wettkämpfe, renne mehr für mich." Seine Töchter Greta und Paula erreichten über 5000 Meter ohne Probleme das Ziel.

Kein Problem damit, an seinem 16. Geburtstag die Laufschuhe zu schnüren, hatte Veit Bückmann. Der Lohn: In 19:40 Minuten knackte der Athlet der Lauffreunde HADI Wesel über 5000 Meter die 20-Minuten-Marke und gewann in der Altersklasse U18.

(RP)
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