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Leichtathletik: Möllenbecks Abschiedstour

Leichtathletik : Möllenbecks Abschiedstour

Der 39-jährige Diskuswerfer, der seine Laufbahn beim Weseler TV begann, startet zum letzten Mal bei den Deutschen Titelkämpfen. Er will sich für die WM in Berlin qualifizieren. "Das wäre ein gigantischer Abschluss."

Michael Möllenbeck wird heute seinen ersten großen Auftritt bei der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Ulm haben. Der 39-jährige Diskuswerfer, der seine Laufbahn einst beim Weseler TV begann, wird zur Eröffnung der Titelkämpfe mit Hunderten von Kindern und "Berlino", dem Maskottchen für die Weltmeisterschaft in Berlin, ins Stadion einlaufen. Der Deutsche Leichtathletik-Verband will mit der Aktion für die WM werben, für die der Vorverkauf bislang äußerst schleppend angelaufen ist.

Er will's noch einmal wissen

Bei seinem zweiten Auftritt in Ulm will Möllenbeck (TV Wattenscheid) morgen ab 14 Uhr dafür sorgen, dass er auch selbst in Berlin dabei ist. 64,50 Meter muss er werfen und wohl wenigstens Dritter werden, um sich den Traum vom Start bei der WM im eigenen Land zu erfüllen. Möllenbeck traut es sich bei seiner Abschiedstour zu, auch wenn es in dieser Saison noch nicht so gut lief und er erst 61,98 Meter erzielt hat. "64 Meter habe ich drauf. Ich will es noch einmal wissen", sagt Möllenbeck, der 2001 bei der Weltmeisterschaft in Helsinki Dritter wurde und damit ältester Medaillengewinner war.

Robert Harting (Berlin) und Michael Münch (Wedel/Pinneberg) haben das Ticket nach Berlin in der Tasche. Michael Möllenbeck und Martin Wierig (Magdeburg) sind die Kandidaten für den dritten Startplatz bei der Heim-WM, wenn sie die Norm erfüllen. "Ich habe mir geschworen, bis zum letzten Moment um die Teilnahme in Berlin zu kämpfen. Denn das wäre ein gigantischer Höhepunkt zum Abschluss für mich", sagt Möllenbeck, für den es das letzte Jahr im Ring ist.

Es begann alles vor einem Vierteljahrhundert auf der Wiese neben dem Ascheplatz im Lippestadion. Dort startete Michael Möllenbeck unter Trainer Manfred Frach seine Laufbahn, als der Weseler TV noch nicht über so komfortable Trainingsmöglichkeiten verfügte, wie er sie heute im Auestadion hat. Möllenbeck qualifizierte sich im WTV-Trikot 1987 für die Junioren-Europameisterschaft (Platz sechs) und 1988 für die Junioren-WM (Rang neun). Eintracht Frankfurt (1992 bis 1996), der SC Magdeburg (1997/1998) und der TV Wattenscheid waren die weiteren Clubs des Zwei-Meter-Hünen, der regelmäßig in Wesel ist. Wenigstens ein Mal im Monat besucht er seine Mutter Ilse in Flüren.

Die Anreise ist weiter geworden. Der 39-Jährige, der 1996 und 2000 bei den Olympischen Spielen dabei war, lebt jetzt in Saarbrücken. Dort hat er gerade sein Studium im Bereich Fitnessökonomie beendet. "Refinanzierung der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009" war das Thema seiner Diplomarbeit, für die er in den letzten Monaten viele Nachtschichten eingelegt hat. Was er nach dem Sport macht, weiß er noch nicht. "Ich habe derzeit drei Bewerbungen laufen", sagt der dreifache Medaillengewinner bei Welt- und Europameisterschaften.

Angebot als Trainer im Saarland

Ein Angebot aus der Leichtathletik gibt's schon. Er soll Talente des Saarländischen Verbandes trainieren. "Ich werde es wohl machen", meint Möllenbeck, der sich treu geblieben ist in all den Jahren. Ein bequemer Athlet war er für den Verband nie. Das wollte er aber auch nicht sein. "Man schafft es nicht in die Weltspitze, wenn man nicht seinen eigenen Kopf hat", meint Michael Möllenbeck und sagt: "Zu 99 Prozent würde ich alles noch einmal so machen, wie ich es gemacht habe."

(RP)