Marinus Wouterse bald neuer Trainer beim Volleyball-Zweitligisten BW Dingden

Volleyball : BW Dingden findet einen Nachfolger für Olaf Betting

Der Niederländer Marinus Wouterse wird den bisherigen Coach des Zweitligisten nach der Saison ablösen. Er wird mit Michael Kindermann ein Trainerduo bilden. Betting zieht sich freiwillig zurück.

Dingden, da war doch mal was. Der erste Kontakt liegt allerdings mehrere Jahrzehnte zurück. Doch Marinus Wouterse erinnert sich noch gut. Fußball habe er damals als 17-Jähriger gespielt, so der Niederländer, und im Trikot von Fortuna Elten sei er auch in Hamminkeln angetreten. „Das hat schon etwas, nach so langer Zeit wieder zurückzukommen“, sagt der 63-Jährige. Mit einem Fußball wird er sich ab Sommer jedoch nicht beschäftigen, sondern mit einer kleineren Kugel.

Marinus Wouterse übernimmt als Trainer den Volleyball-Zweitligisten BW Dingden. Zusammen mit Michael Kindermann coacht er dann das Damenteam. Olaf Betting will nach der Spielzeit erneut seinen Abschied nehmen – dies hatte er ursprünglich schon vergangene Saison geplant. Im Sommer 2018 hatte sich Betting jedoch zum Rücktritt vom Rücktritt entschlossen.

Damals riss der kurzfristige Abgang von Pascall Reiß, der trotz Zusage zum Zweitliga-Rivalen SCU Emlichheim wechselte, eine Lücke bei BWD. Michael Kindermann, der die für die Zweite Bundesliga notwendige Trainerlizenz besitzt, und Betting sprangen ein. „Jetzt reicht es aber einfach mal. Es ist genau der richtige Zeitpunkt, um frischen Wind in die Mannschaft zu bringen“, sagt Betting.

Seit 2011 hat der 53-Jährige die erste Dingdener Volleyball-Mannschaft trainiert – zunächst zwei Jahre als Co-Trainer, danach in verantwortlicher Position. Fast zwei Jahrzehnte arbeitet Betting insgesamt bei BWD. Auch seinen Job als Coach der U 20, die am Wochenende bei den Westdeutschen Meisterschaften in Essen das Halbfinale als Ziel anpeilt, legt er nach der Saison nieder. Zu einem anderen Verein will der seit sechs Wochen zusätzlich als Opa geforderte Betting nicht gehen. „Ich hatte hier richtig coole Mannschaften, das würde ich woanders in der Form nicht finden“, sagt er. Zumindest bis Ende 2019 will er gar nichts machen, „danach vielleicht irgendetwas im Vorstand“.

Olaf Betting traut dem neuen Trainer, der unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit kommt, zu, „noch ein bisschen mehr aus der Mannschaft herauszukitzeln. Marinus Wouterse ist ein Trainer, der wahnsinnig viel Erfahrung hat. Davon können die Mädels profitieren.“ Der derart gelobte Niederländer besitzt wie sein künftiger BWD-Kollege Michael Kindermann die notwendige Zweitliga-Lizenz. Wouterse coachte kurz mit dem Zweitligisten TuB Bocholt auch ein Herrenteam, doch überwiegend war er bisher im Damenbereich tätig.

„Ich habe unter anderem in der niederländischen Bundesliga gearbeitet, die U-17-Jugend-Nationalmannschaft trainiert und Vocasa Nijmegen in die Zweite Liga geführt“, sagt er. Selbst aktiv war Wouterse in der dritthöchsten Klasse. Als 26-Jähriger ließen Kniebeschwerden eine Fortsetzung der Laufbahn nicht mehr zu.

Als Vorsitzender des niederländischen Trainerverbandes wird der in der Nähe von Arnheim lebende Marinus Wouterse nicht bei jeder Trainingseinheit dabei sein können. Deshalb kommt ihm sehr gelegen, dass er Michael Kindermann an seiner Seite hat. Einen Co-Trainer sucht BW Dingden übrigens noch, da Tim Heinrich in den Düsseldorfer Raum wechseln will.

Kontakt hatte Wouterse bis jetzt mit dem Teammanager Dirk Kappmeyer und Abteilungsleiter Johannes Dickmann. Das Heimspiel am 6. April gegen BBSC Berlin will er sich ansehen und danach der Mannschaft vorstellen.

Der Lehrer, der zudem an der Universität Nijmegen Volleyball unterrichtet, ist besonders von der Ruhe und dem Vertrauen, das den Trainern in Dingden entgegengebracht wird, angetan. „Da entsteht keine Panik, wenn man mal unten in der Tabelle steht“, sagt er. Sein Ziel sieht er darin, „jede Spielerin ein bisschen besser zu machen“. Ab dem Sommer kann er sein Vorhaben in die Tat umsetzen.

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