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Triathlon: Mareen Hufe löst Hawaii-Ticket

Triathlon : Mareen Hufe löst Hawaii-Ticket

Weseler Triathletin qualifiziert sich in Frankfurt für den Ironman auf Hawaii und wird Europameisterin in ihrer Altersklasse. Wegen einer Radpanne, die viel Zeit kostet, denkt die 32-Jährige zwischendurch an Aufgabe.

Normalerweise gibt's bei einer Siegerehrung etwas für die, die es geschafft haben, sich einen Platz auf dem Treppchen zu sichern - Urkunden, Medaillen, Sachpreise oder sogar eine Geldprämie. Dass ein Athlet Geld mitbringen muss, wenn er ausgezeichnet wird, ist die Ausnahme von der Regel.

Beim Ironman in Frankfurt existiert sie. Mareen Hufe musste 470 Euro zahlen, als sie am Montag einen Tag nach dem Wettbewerb für ihren zweiten Platz in der Altersklasse W 30 und den Gewinn der Europameisterschaft in dieser Altersgruppe geehrt wurde. Hufe ließ sich gerne zur Kasse bitten.

Schließlich war es Beleg dafür, dass sie ihr Ziel erreicht hatte. Die 33-jährige Weselerin qualifizierte sich in der Main-Metropole für den legendären Ironman auf Hawaii im Oktober. Die Startgebühr von 470 Euro für die Teilnahme am Wettbewerb, für den sich in Frankfurt nur 15 Frauen ein Ticket sichern konnten, war bei der Siegerehrung bar zu zahlen.

Mareen Hufe "ist überglücklich", dass sie geschafft hat, was sie sich vorgenommen hat. Eine Selbstverständlichkeit war es nicht. "Denn das war für mich der emotional schwerste Wettkampf meiner Karriere", sagt sie. Den beendete Hufe nicht so schnell, wie erhofft. Die Weselerin benötigte 10:08,24 Stunden für 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,1 Kilometer Laufen.

Sie verfehlte ihre Bestzeit von 9:41 Stunden damit klar, obwohl sie im Schwimmen (1:00,29 Stunden) sowie beim abschließenden Marathon (3:23,33 Stunden) so schnell wie nie zuvor bei einem Ironman war. Ein Malheur auf der Radstrecke kostete die Weselerin aber viel Zeit und sorgte dafür, dass sie den Wettkampf beinahe nicht beendet hätte.

Plattfuß und 25 Minuten Bastelei

"Ich habe schon an Aufgabe gedacht", sagt die Weselerin, die auf dem Rad glänzend unterwegs war, als sie bei Kilometer 60 einen Platten am Vorderrad hatte. Als sie den Ersatzschlauch aufpumpen wollte, merkte sie, dass das Ventil beschädigt war und sich verhakt hatte. Es begannen quälend lange 25 Minuten, bis sie den Schaden repariert hatte. "Sie kamen mir wie eine Ewigkeit vor", sagt Hufe.

Eine Zuschauerin lieh der Weselerin ihre Jacke, damit sie bei Dauerregen nicht ganz auskühlte. "Die Leute an der Strecke waren richtig nett zu mir", sagt die 32-Jährige. Trotzdem war sie drauf und dran, den Wettbewerb zu beenden. "Denn bei diesem Wetter hat's nicht viel Spaß gemacht. Und wenn man dann 25 Minuten am Rad rumbasteln muss, verliert man schon einmal die Motivation", meint die Athletin, die für die Trimiators Voerde startet.

Doch Hufe riss sich zusammen und stieg nach der Zwangspause wieder auf das Rad. "Ich habe nur gedacht, dass noch nicht alles verloren ist." Dass war es auch noch nicht, weil die Konkurrenz bei Schmuddelwetter nicht so schnell unterwegs war, wie Mareen Hufe es vermutet hatte. Beim abschließenden Marathon machte sie viel Boden gut. Sie verbesserte sich noch auf Platz zwei in ihrer Altersklasse und wurde Europameisterin.

Zwei Wochen Regeneration

Nun geht's im Oktober nach Hawaii. Das Startgeld und die Reise in den Pazifik bezahlen ihre Sponsoren. Zwei Wochen will Mareen Hufe nach den Strapazen von Frankfurt regenerieren.

Dann beginnt die Vorbereitung auf den bekanntesten Triathlon der Welt, der am 8. Oktober stattfindet. Hufe will wieder unter die besten zehn Amateurinnen der Welt kommen. Bei ihren ersten beiden Starts auf Hawaii hat sie das geschafft. Sie ist zuversichtlich, dass es ihr wieder gelingen wird. "Denn die Form stimmt. Das hat Frankfurt gezeigt", sagt sie.

(RP)