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Lokalsport: Luisa van Clewe ist eine herausragende Spielerin

Lokalsport : Luisa van Clewe ist eine herausragende Spielerin

Das Volleyball-Talent von BW Dingden ist erst 14 Jahre alt, aber schon 1,92 Meter groß. 2017 haben sich für Luisa van Clewe große Wünsche erfüllt. Sie war auch bei einem Lehrgang des Jugend-Nationalteams dabei.

Gut möglich, dass der Wunschzettel im Hause van Clewe in dieser Vorweihnachtszeit kürzer als üblich ausgefallen ist. Denn zumindest für die ältere Tochter der Dingdener Familie sind bereits im Laufe des Jahres große Wünsche in Erfüllung gegangen. Die 14-jährige Luisa van Clewe ist eine derart herausragende Volleyballerin, dass sie seit dem Frühjahr zum Kader des Westdeutschen Volleyball-Verbandes (WVV) gehört. Spätestens seit ihrer zweiten Einladung im Oktober ahnt die Spielerin von BW Dingden, dass möglicherweise der Startschuss zu einer großen Karriere gefallen ist. "Was das angeht", sagt sie, "bin ich noch ohne Idee." Luisa van Clewe bleibt gelassen.

Foto: ERWIN POTTGIESSER

"Und in erster Linie", sagt Mama Inga, "sollte ihre Aufmerksamkeit der Schule gehören." In vier Jahren möchte die Tochter ihr Abitur bauen. In ihrer Lieblingssportart hat sie es längst zu einer Einser-Kandidatin gebracht. Andernfalls wäre sie dem Jugend-Trainer des WVV wohl nicht aufgefallen. Peter Pourier sah den Teenager spielen und lud ihn zum Oster-Lehrgang 2017 ein, bei dem Luisa van Clewe fünf Tage mit der Elite ihrer Altersklasse trainieren durfte.

Das Urteil des Fachmannes fiel positiv aus. "Der Trainer hat nach dem Lehrgang gesagt, ich hätte Talent und könnte weit kommen", sagt Luisa. Die Begabung ist nicht überraschend angesichts der Vorbelastung im Elternhaus. Die Mutter spielte einst selbst in der Auswahl des WVV, der Papa immerhin "hobbymäßig", sagt die Tochter. "Und dann haben die Gene bei ihr voll durchgeschlagen", so Arne Ohlms.

Ohlms, Jugend-Trainer von Blau-Weiß Dingden und einer der wichtigsten Förderer der jungen Athletin, spielt damit auf die Größe des Volleyball-Teenagers an. Schon jetzt misst Luisa 1,92 Meter, was sie neben ihren spielerischen Fähigkeiten auch optisch herausragen lässt. Modellmaße sind das jedoch nicht mehr. "Dafür bin ich tatsächlich schon zu groß", sagt sie und lacht. "Aber das wollte ich ohnehin nie." Stattdessen folgten weitere Einladungen des WVV, von denen sie allerdings den Sommerlehrgang am Sorpesee vorzeitig abbrechen musste. Der Grund: Ein mehrfacher Bruch des Fingergelenks. Das passiert im Volleyball schon mal.

Aus der Ruhe brachte dies die Nachwuchsspielerin nicht. Seit Oktober ist Luisa nicht nur im Verein, wo sie auch die dritte Mannschaft in der Landesliga verstärkt, wieder dabei. Im selben Monat ist sie auch schon wieder in Münster am Ball, wo ein Lehrgang der Jugend-Nationalmannschaft stattfand. Allerdings nur für einen Schnuppertag. "Da gibt es schon einige, die besser sind als ich", sagt sie. "Aber ich hatte ja im Vergleich zu denen Trainingsrückstand." Eines steht trotzdem fest: Ihr Weg zeigt steil nach oben.

Volleyball und Luisa - das war keine Liebe auf den ersten Blick. Mit ihrer Freundin Julia ließ sie sich einst vom Dingdener Nachwuchstrainer Michael Kindermann bei einem seiner alljährlichen Schulbesuche überreden, doch mal bei den Übungseinheiten von BW Dingden vorbeizuschauen. "Wir haben das gemacht, aber anfangs fand ich es richtig doof", sagt sie. Als Nachwuchsspielerin wurde sie bei den Begegnungen der ersten Mannschaft als Ballmädchen eingesetzt. "Das war richtig langweilig, weil ich da von dem Sport noch nichts verstand", sagt sie. Heute habe sie einen ganz anderen Blick auf die Dinge und schaue sich gern an, "was die Großen machen".Um zu lernen.

Am Anfang brauchte sie Durchhaltevermögen. Nur gut, dass sie ihr Vorhaben in die Tat umsetzte, mindestens bis zu den nächsten Ferien weiterzumachen. Sie war schon damals groß. Und sie lernte rasch. "Und dann", sagt Luisa van Clewe, "hat es irgendwann auch mal angefangen, Spaß zu machen." An Aufhören war nicht mehr zu denken.

Der Aufwand, den die Dingdenerin für ihren Sport betreibt, ist enorm. Dreimal wöchentlich geht es zum Training mit den Senioren, zudem stehen Spiele an. Manchmal bestreitet sie zwei Partien pro Wochenende. Denn sie wird in der dritten Mannschaft sowie bei den Juniorinnen U 16 (Oberliga) und U 18 (NRW-Liga) eingesetzt. "Bei Auswärtsspielen bin ich schon mal einen ganzen Tag unterwegs", so Luisa van Clewe.

Und als sei das alles noch nicht genug, hat die Dingdenerin auch noch den Sand entdeckt. Schon 2016 während der Olympischen Spiele in Rio saß Luisa van Clewe mit ihrer Familie vor dem Fernseher und verfolgte das deutsche Beachvolleyball-Duo Laura Ludwig/Kira Walkenhorst auf seinem Weg zu Gold. "Dafür sind wir morgens um halb fünf aufgestanden." Wenn hierzulande die Beach-Saison beginnt, will sie mit Freundin Julia, die ebenfalls bei BWD geblieben ist, auch im Sand aktiv sein. Aber erst einmal nur zum Spaß.

Solange in der Schule alles läuft, haben die Eltern keine Bedenken. "Aber mein Hauptaugenmerk liegt weiter auf Hallen-Volleyball", sagt Luisa van Clewe. "Das kann ich einfach besser."

(RP)