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Handball: Kuriose Niederlage zum Bell-Abschied

Handball : Kuriose Niederlage zum Bell-Abschied

Burkhard Bell hatte gedacht, dass er in den drei Jahrzehnten, die er mittlerweile als Handball-Trainer tätig ist, schon alles erlebt hätte. "Doch man lernt halt doch immer noch dazu", sagte der 56-Jährige. Denn bei seinem letzten Heimspiel als Coach des SV Schermbeck kassierte der Tabellensiebte der Verbandsliga am Samstagabend in der Halle Erler Straße eine 30:31 (16:13)-Niederlage gegen den Tabellendritten TV Vorst, die Bell als "kurios, unnötig und unglücklich" bezeichnete.

Der SV Schermbeck hatte in der Partie 90 Sekunden vor Schluss alle Trümpfe in der Hand. Daniel Robert verwandelte einen Siebenmeter zur 30:29-Führung. Und der Gegner war für den Rest des Spiels in Unterzahl. Denn ein Akteur des TV Vorst kassierte für das Foul, das zum Strafwurf geführt hatte, eine Zwei-Minuten-Strafe. Der Gast nahm anschließend nach einer Auszeit seinen Torhüter vom Parkett. Er brachte für ihn einen sechsten Feldspieler und erzielte 70 Sekunden vor Schluss das 30:30. Der Schermbecker Heiko Kreilkamp versuchte daraufhin sofort bei der Mitte, sein Team mit einem Wurf ins leere Tor des Gegners erneut in Führung zu bringen. Doch er verfehlte sein Ziel. Zwei Sekunden vor dem Abpfiff gelang dem TV Vorst schließlich in Unterzahl der Siegtreffer. "Die Niederlage war ärgerlich. Doch uns wurde bescheinigt, dass wir uns mit dem Tabellendritten auf Augenhöhe bewegt haben. Das machte es leichter, das Ergebnis zu verkraften", sagte Bell.

Der Coach, der seit mehr als 20 Jahren beim SVS auf der Bank sitzt, wurde vor der Partie verabschiedet. Der Musical-Fan Bell erhielt vom Vorstand der Handball-Abteilung ein passendes Geschenk: einen Besuch eines Musicals in Hamburg. "Ich werde mit Sister Act oder Tarzan anschauen", sagte er. Sein Team lief mit Buchstaben auf den Trikots auf, die das Wort "Danke Burkhard" bildeten. "Das waren emotionale Momente für mich", meinte der 56-Jährige. Denen folgte eine Partie mit äußerst kuriosem Schlussakkord.

SV Schermbeck: Busjan, N. Bell - C. Seibel (1), S. Seibel (4), Robert (7/6), Kuhn (1), Weber (2), Kerbstadt, Kreilkamp (2), Hinz (3), F. Bell (2), Felisiak, Timmermann (6), von Berg (2).

(RP)