Wassersport Kanu-Rallye NRW fällt in diesem Jahr ins Wasser

Wesel · Das Rennen, das traditionell in Wesel startet, wurde jetzt wegen verschärfter Sicherheitsauflagen abgesagt.

Nach 42 erfolgreichen und unfallfreien Fahrten findet die für den 28. April geplante 43. Internationale Kanu-Rallye NRW, die beim Kanu-Club Wesel starten sollte, in diesem Jahr nicht statt. Die Traditionsveranstaltung, bei der etwa wieder 320 Kanus den Rhein stromabwärts von Wesel über Emmerich bis nach Kleve paddeln wollten, musste jetzt abgesagt werden.

Wie der Kanu-Verband Nordrhein-Westfalen als Veranstalter der Rallye mitteilte, resultiert die Entscheidung aus verschärften Sicherheitsauflagen seitens des zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamtes in Duisburg, die weder mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln der Organisatoren noch durch das Engagement der Mitarbeiter erfüllt werden können. Die Behörde begründete die Sicherheitsauflagen mit neuen Vorschriften nach der Loveparade-Katastrophe.

Im Einzelnen wurde dem Kanu-Verband NRW auferlegt, dass zur Begleitung der Rallye statt wie bisher vier nunmehr mindestens zehn Motorboote, alle ausgestattet mit UKW-Sprechfunk, erforderlich seien. Zudem sollte am Start ein gesondertes Verzeichnis der Teilnehmer erstellt werden und alle Boote eine Startnummer erhalten. Der Kanu-Verband NRW erklärte, dass die Sicherheit der Kanuten absoluten Vorrang habe, die verlangten Auflagen jedoch in keiner Weise notwendig seien.

"Bei den 42 Veranstaltungen hat es bisher keine Unfälle gegeben. Es ist uns auch von der Wasserschutzpolizei immer bestätigt worden, dass die im Kanu-Verband organisierten Kanuten stets vorbildlich gefahren sind", meint der für Wassersport zuständige Referent im Kanu-Verband NRW Peter Walkowski. Auch der Präsident des Verbandes Thomas Reineck kritisierte die Entscheidung. "Offensichtlich sind breitensportliche Veranstaltungen des Wassersports in NRW nicht mehr erwünscht."

Landesverband und Deutscher Kanu-Verband sehen sich nun in ihrem Drängen bestärkt, eine Lösung zu finden, die den berechtigten Sicherheitsinteressen der Kanuten entspricht und nicht vom Wunschdenken der Behörden bestimmt wird.

(RP)
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