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Leichtathletik: Kamps rennt zum größten Sieg

Leichtathletik : Kamps rennt zum größten Sieg

Der 47-jährige Langstreckler des Hamminkelner SV gewinnt in 34:56 Minuten überraschend den Hauptlauf über 10 000 Meter. "Diesen Erfolg hat er sich verdient", sagt der zweitplatzierte Jan Matti Becker vom Marienhospital.

Werner Kamps konnte nicht fassen, was er da gerade beim Weseler Hanse-Citylauf auf die Beine, die nicht müde zu werden scheinen, gestellt hatte. "Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet", sagte der Langstreckler des Hamminkelner SV.

Der 47-Jährige, der sich gerade in seinem dritten Läufer-Frühling befindet, feierte bei der Hatz durch die Stadt den größten Erfolg seiner Laufbahn. Kamps gewann am Samstag bei Wesels großer Lauf-Bewegung das Hauptrennen über 10 000 Meter in 34:56 Minuten.

Drei Runden lang hatte ein Trio an der Spitze des Feldes gelegen. Dann verschärfte Werner Kamps bei Kilometer acht noch einmal das Tempo. Jan Matti Becker vom Weseler Marien-Hospital, der in 35:07 Minuten Zweiter wurde, und der Bocholter Triathlet Daniel Heddendorp (35:18), der auf Rang drei kam, konnten dem Routinier nicht mehr folgen.

"Werner Kamps hat sich den Sieg verdient, weil er die meiste Zeit im Wind gelaufen und das Tempo gemacht hat", meinte Becker, Projektmanager von pro homine, dem Angebot des Hospitals zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Schnellste Frau war Melanie Klein-Arndt (Mülheim) in 37:21 Minuten.

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Zahlreiche Gratulanten

Kamps erhielt im Ziel zahlreiche Glückwünsche seiner Clubkollegen. "Das wird heute Abend groß gefeiert", sagte Thomas Wingerath, Leichtathletik-Abteilungsleiter des Hamminkelner SV. Der glückliche Gewinner hatte Ende August schon beim Citylauf des HSV ein großes Rennen abgeliefert. Damals wurde Kamps Dritter. Jetzt rannte er der Konkurrenz zu seinem größten Sieg davon. "Ich habe in diesem Jahr das Training noch einmal verstärkt.

Das hat sich bezahlt gemacht", sagte Kamps, der über die Distanz so schnell wie seit einigen Jahren nicht mehr war. Er hatte auf einen Spitzenplatz gehofft, sich aber keine Siegchancen ausgerechnet. "Denn ich bin ja nicht mehr der Jüngste. Das spüre ich auch. Früher habe ich drei Tage gebraucht, um mich von einem Lauf zu erholen. Heute dauert es fast eine Woche", sagte Kamps, der als Verwaltungsangestellter beim Kreis Wesel arbeitet.

Ein ehemaliger Clubkollege wiederholte beim Citylauf, bei dem es mit 2350 Meldungen ein Rekordergebnis gab, seinen Vorjahressieg. Der Weseler Max Feiler, vor der Saison vom Hamminkelner SV zum LC Duisburg gewechselt, setzte sich in 16:49 Minuten erneut im 5000-Meter-Lauf durch. Feiler siegte im Rennen, für dass es alleine 703 Meldungen gab, im Spurt vor seinem zeitgleichen Clubkollegen Felix Elser. Feiler: "Das ist für mich ein versöhnlicher Abschluss einer Saison, die wahrlich nicht gut gelaufen ist."

Der 27-Jährige, der am Konrad-Duden-Gymnasium und der Realschule Mitte als Aushilfslehrer arbeitet, hatte wegen einer Muskel- und Sehnenverletzung am Knie von November bis in den Frühling hinein kaum trainieren können. "Damit fehlte die komplette Grundlage für die Saison", sagte Feiler. Er genoss das Rennen in Wesel. "Der Zieleinlauf am Kornmarkt war wieder Gänsehaut pur."

Feiler bricht Lanze für Wesel

Und er brach eine Lanze für die Stadt. "Mich stört, dass hier vieles so schlecht gemacht und negativ gesehen wird. Wenn man diese Veranstaltung sieht, die mehr als 1500 Schüler auf die Beine bringt, muss sich Wesel nicht verstecken", meinte Feiler. Er hatte mit seinen Schülern für den Lauf trainiert. "Viele haben freiwillig mitgemacht. Das finde ich toll", sagte der Sieger. Ihn freute besonders, dass in Maurice Schnigge (18:33 Minuten) einer seiner Schüler unter der 19-Minuten-Marke geblieben war. Feiler: "Das ist für mich eine glatte Eins."

(RP)