Interview mit Marek Klimczok vom SV Schermbeck zu seinem 40. Geburtstag

Interview : „Das Aufstehen am Montag fällt schwer“

Der Fußballer des SV Schermbeck feiert am kommenden Samstag seinen 40. Geburtstag. Ein Gespräch über seine Laufbahn und seine Zukunftspläne.

Für ihn wird sogar das letzte Spiel verlegt: Wenn der SV Schermbeck zum Saisonausklang in der Fußball-Oberliga Westfalen den TuS Erndtebrück empfängt, dann rollt der Ball schon am morgigen Freitag, 19.30 Uhr, statt am Sonntag. Schließlich steht Marek Klimczok dann kurz vor seinem großen Ehrentag. 40 Jahre jung wird der Mittelfeldspieler des SVS am kommenden Samstag. Und wie der ein gutes halbes Jahr ältere Claudio Pizarro vom Bundesligisten Werder Bremen denkt auch der Pole im Schermbecker Trikot noch lange nicht ans Aufhören.

Herr Klimczok, haben Sie etwa besondere Gene?

Marek Klimczok Nein, nein. Ich hatte Glück, dass ich in meiner Karriere nie richtig schwer verletzt war und deshalb nicht länger ausgefallen bin. Wenn man dann noch vernünftig trainiert, dann bleibt man automatisch fit.

Aber 90 Spielminuten in der Oberliga merken Sie in den Knochen schon anders als mit 20 oder 30?

Klimczok Das stimmt. Wenn man jünger ist, steckt man die Belastung besser weg. Jetzt fällt das Aufstehen am Montag schon schwer, aber ich will mich nicht beklagen. Noch geht das alles sehr gut. Aber wenn ich im Training mal stehen bleibe oder mir an den Oberschenkel fasse, fragen die Jungs schon mal: Marek, was ist los, Schlaganfall?

Sie sind mit 21 Jahren aus Ihrer Heimat Polen nach Deutschland gekommen und haben zunächst in Nordhorn gespielt. Wie kamen Sie in der neuen Umgebung zurecht?

Klimczok Ich konnte anfangs kein Deutsch, das war schwierig. Fußballerisch bin ich aber gleich gut zurecht gekommen und habe auf meinen Stationen – ob in Nordhorn, Cloppenburg, Düsseldorf oder Kleve – viel gelernt.

Fortuna Düsseldorf ist ein großer Verein. Warum waren Sie nur ein Jahr dort?

Klimczok Die Fortuna hat damals in der Regionalliga gespielt und nicht, wie heute, in der Bundesliga. Das war also kein so großer Unterschied zu Nordhorn und Cloppenburg. Letztendlich hat es für mich in Düsseldorf nicht so gepasst, daher bin ich nach Kleve gewechselt und von dort aus drei Jahre später nach Schermbeck.

Seit 2011 sind Sie nun beim SVS und gehören schon fest zum Schermbecker Inventar.

Klimczok Ja, meine Frau und ich haben uns hier von Anfang an sehr wohl gefühlt. Der Verein ist einerseits sehr familiär geführt, hat aber sportlich immer hohe Ziele. Wir spielen als Aufsteiger eine gute Saison und möchten uns wieder in der Oberliga etablieren.

Das heißt, für Sie ist auch mit 40 Jahren noch lange nicht Schluss.

Klimczok Genau. So lange ich gesund bin, möchte ich weiter spielen, auf jeden Fall mache ich noch die nächste Saison. Meine Familie ist es ja gar nicht anders gewohnt, als dass ich am Sonntag auf dem Fußballplatz bin. Wenn wir ein Heimspiel haben, sind meine Frau und unsere Kinder natürlich immer dabei.

Natürlich auch am Freitag in der Heimpartie gegen den TuS Erndtebrück.

Klimczok Selbstverständlich, so muss das auch sein. Erst wird Fußball gegen Erndtebrück gespielt, und dann gibt es am Grill und mit leckerem Bier eine schöne Saisonausklangs-Feier mit unserer Mannschaft.

Claudio Pizarro vom Bundesligisten Werder Bremen ist der etwas berühmtere 40-Jährige, der noch in einer höheren Liga Fußball spielt. Ist er eigentlich so etwas wie ein Vorbild?

Klimczok Ein direktes Vorbild vielleicht nicht, aber ich finde es super, dass er noch in der Bundesliga spielt. Da er Stürmer ist, muss er aber nicht so viel laufen wie ich bei uns im Mittelfeld, also kann es ‚Pizza‘ vielleicht noch etwas länger machen als ich.