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Lokalsport: Immer wieder Aufstieg feiern

Lokalsport : Immer wieder Aufstieg feiern

Vor 50 Jahren gelang den Friedrichsfelder Fußballern der Sprung in die Landesliga. Alle fünf Jahre ein Treffen.

Stolz sind sie immer noch. Und wie! 50 Jahre nach dem ersten Aufstieg einer Männermannschaft der SV 08/29 Friedrichsfeld in die Fußball-Landesliga trafen sich die Kicker zum mittlerweile sechsten Mal, um das Ereignis aus dem Frühsommer 1966 nochmals gemeinsam zu feiern. Seit 25 Jahren organisieren die ehemaligen Spieler alle fünf Jahre ein gemeinsames Treffen und eine entsprechende Feier, luden diesmal ins Gasthaus "Kretschmer" ein. "Das war damals schon vor der Vereinsfusion eine der Gaststätten, die uns unser ganzes aktives Fußballerleben und darüber hinaus begleitet hat", erzählt Edgar Knoblauch, Libero und stellvertretender Spielführer, der laut Aussage seiner Mannschaftskameraden "hinten alles weggeputzt hat, was es wegzuputzen gab."

Auch die Streichholzschachteln existieren noch. Foto: ""

Knoblauch, der die diesjährige Feier federführend organisierte, erinnert sich auch noch genau an das Spiel, das die Initialzündung für den späteren Aufstieg gab. "Wir spielten als Ligazweiter beim damaligen Tabellenführer, dem großen Rivalen Grün-Weiß Holten, und lagen zur Halbzeit schon 0:3 zurück. In der zweiten Halbzeit haben wir alles gegeben und Holten gezeigt, wie in Friedrichsfeld Fußball gespielt wird. Das Spiel endete 3:3. Holten ist für den Rest der Saison eingebrochen, und wir haben unsere restlichen Spiele alle gewonnen und sind aufgestiegen."

Grund für diese Energieleistung waren nach Ansicht von Willi Schmitz, dem rechten Mittelfeldspieler und damaligen Spielführer sowie Jürgen Plückelmann, dem linken Mittelfeldspieler vor allem zwei Dinge "Wir hatten einen enorm starken Kader und konnten jeden Ausfall, der verletzungs- oder arbeitsbedingt auftrat, gleichwertig kompensieren", so Schmitz. Plückelmann ergänzt: "Ganz, ganz wichtig war auch, dass es in der Mannschaft menschlich gestimmt hat. Wir erlebten einen enormen Zusammenhalt und eine so feste Kameradschaft im Team, wie man es selten findet. Und das hält auch heute noch an. Das sind alles Kumpels! Damals wie heute. Und deswegen feiern wir auch heute wieder zusammen."

Gerne erinnern sich die Aufstiegshelden von damals auch an die Aufstiegsfeier. Schwelgen in Erinnerungen davon, wie das Team zunächst auf dem überfüllten Friedrichsfelder Marktplatz vom damaligen Gemeindedirektor Urban empfangen und begrüßt wurde, und wie die Spieler dann in einem Autokorso mit einheitlichen weißen VW-Cabrios durch die Friedrichsfelder Straßen gefahren wurden und sich feiern ließen. "Da war ganz Friedrichsfeld auf den Beinen", erinnert sich Plückelmann. "Die Freude in der Bevölkerung ging sogar so weit, dass der Gastwirt Rippel Streichholzschachteln mit dem Teamfoto der Aufstiegsmannschaft drucken ließ, und sie in Friedrichsfeld für zehn Pfennig pro Schachtel verkaufte", erzählt Knoblauch. "Das war schon in Ordnung. Immerhin spielten wir dann damals in der vierthöchsten Deutschen Liga und hatten in jedem Heimspiel so zwischen 500 und 600 Zuschauer." stellt Schmitz mit einem Augenzwinkern fest.

Und so feiern die Spieler von damals, gemeinsam mit ihren Frauen, das goldene Aufstiegsjubiläum. Eine Tradition übrigens, die bereits zu ihren aktiven Zeiten üblich war. "Nach jedem Spiel trafen wir uns am Sonntagabend gemeinsam mit unseren Frauen, um den Spieltag zusammen ausklingen zu lassen", so Schmitz. "Das hat ganz wesentlich zu unserem Erfolg beigetragen."

(RP)