Lokalsport: Hülkenberg kann auf Updates am Renault bauen

Lokalsport : Hülkenberg kann auf Updates am Renault bauen

Formel 1: Am Wochenende will der Emmericher beim Großen Preis von Kanada in Montreal angreifen.

Im Juni 1997 versetzte Jacques Villeneuve die Formel-1-Welt in helle Aufruhr, als er plötzlich mit blondierten Haaren zu einem Rennen erschien. Am kommenden Wochenende wird der Kanada GP auf dem Circuit ausgetragen, der den Namen seines Vaters Gilles trägt. Mag es eine Hommage an die Villeneuves oder eine verlorene Wette sein, auch Nico Hülkenberg besuchte unlängst den Friseur. Noch eine Spur heller als gewöhnlich präsentierte er anschließend seinen Schopf auf der Social-Media-Plattform Instagram.

Eigentlich passend: Denn Montreal gilt in Fahrerkreisen als cool und hip. "In Kanada haben wir immer ein fantastisches Wochenende", sagt Hülkenberg. "Die Stadt, die Atmosphäre und der Circuit selbst tragen dazu bei, dass man diesen Grand Prix besonders genießen kann. Die Strecke hat einen guten Rhythmus, auch wenn sie zu Beginn des Wochenendes immer noch leicht schmutzig ist, da sie ja teils Straßen- und teils Rennkurs ist. Es gibt sowohl die großen Mauern am Kurvenausgang als auch einige Kerbs. Dort eine Runde zu fahren, macht einfach Spaß."

Der Circuit Gilles Villeneuve auf der künstlich mitten im Sankt-Lorenz-Strom angelegten Île Notre-Dame ist das Gegenteil zum Rennen durch die Häuserschluchten von Monte Carlo. Denn in Kanada zählt Top-Speed. "Zudem müssen wir die richtige Balance beim Anpressdruck finden", sagt der Emmericher. "Es gibt einige lange Geraden, bei denen am Ende heftig abgebremst werden muss. Für die Bremsen dürfte es eine der schwierigsten Strecken sein." Ganz besonders gefällt dem Renault-Piloten die Haarnadelkurve, denn "da fühlt man richtig die Begeisterung der Zuschauer auf den Tribünen".

Im Renault-Lager setzt man große Hoffnungen auf den siebten WM-Lauf der Saison. Denn die Franzosen reisen mit einem Motor-Update an. "Wir haben eine B-Version des Motors, auf die wir uns freuen, weil sie unsere Performance verbessern sollte", sagt Nick Chester, der die Entwicklung des Chassis verantwortet. "Wir haben aber auch ein paar neue Aero-Teile im Gepäck, etwa neue Heckflügel-Endplatten und einen überarbeiteten Frontflügel. Wir versuchen, bei jedem Rennen neue Teile ans Auto zu bringen."

Auch Motorsport-Direktor Cyril Abiteboul möchte an die gute Leistung von Monaco anknüpfen. "Wir freuen uns auf das Wochenende, das wir mit viel Optimismus angehen. Wir haben dort die nächste Entwicklungsstufe unseres Motors dabei sowie auch einige aerodynamische und mechanische Neuerungen, die wir ausprobieren wollen. Der Kanada-GP ist ein hartes Rennen, aber wir werden gemeinsam alles geben", sagt der Franzose. Ins gleiche Horn stößt Hülkenberg: "Es war wichtig für das Team, dass wir in Monaco mit beiden Autos in den Punkten gelandet sind. Darauf wollen wir aufbauen."

Rennstart am Sonntag ist um 20.10 Uhr deutscher Zeit. Das Qualifying wird am Samstag ab 20 Uhr ausgetragen.

(tt)