Fußball: HSV verspielt in Überzahl die Führung

Fußball : HSV verspielt in Überzahl die Führung

Das Spitzenspiel in der Fußball-Bezirksliga zwischen dem Hamminkelner SV und dem PSV Wesel II endet leistungsgerecht 1:1. Zweikämpfe und Emotionen bestimmen die Partie. Beide Torhüter patzen bei den Gegentoren.

Lars Klein-Hitpaß ist nicht als unfairer Spieler bekannt. Doch in einem Derby kochen die Emotionen bekanntlich gerne hoch. Da kann sich auch ein ansonsten so besonnener Kicker schon einmal zu einem folgenschweren Aussetzer hinreißen lassen. Es war die 44. Minute gestern im Nachbarschafsduell der Fußball-Bezirksliga zwischen dem Hamminkelner SV und dem PSV Wesel II, als der Gäste-Kicker gegen den Hamminkelner Sven Wirtz nachtrat und anschließend vom Schiedsrichter die Rote Karte gezeigt bekam. Die Szene war bezeichnend für die hitzige Partie, die am Ende leistungsgerecht mit 1:1 (1:0) endete. Der HSV musste dadurch die Tabellenführung an die SV Friedrichsfeld abgeben und steht nun auf Rang drei. Der PSV II ist weiterhin Vierter.

Die Gäste verdienten sich die Punkteteilung gestern durch einen enormen Kraftaufwand. In Unterzahl investierte der PSV II nach dem Seitenwechsel mehr als der personell überlegene HSV, der vor der Pause in Führung gegangen war. "Wir haben die zweite Halbzeit dominiert. Am Ende hätten wir die Partie sogar für uns entscheiden können", sagte der Weseler Co-Trainer Phillip Jennen, der den in seiner türkischen Heimat weilenden Aycin Özbek an der Seitenlinie vertrat. Hamminkelns Coach Jörg Gonschior erkannte die Willensleistung des Gegners in den zweiten 45 Minuten ebenfalls an. "Der PSV II hat sich das Unentschieden verdient. Wir hatten eigentlich beste Voraussetzungen, haben geführt und hatten einen Mann mehr auf dem Feld. Leider hat uns nach der Pause aber die Souveränität gefehlt, so ein Spiel nach Hause zu fahren. Das fehlt uns noch zu einer Spitzenmannschaft."

Die Partie war von Beginn an sehr umkämpft. Beide Teams schlugen ein hohes Tempo an. Während sich der Hamminkelner SV eher auf Konter verlegte, versuchte der PSV Wesel II das Spiel zu machen. Sebastian Kaiser hatte diese Vorgabe seines Trainers aber anscheinend etwas zu wörtlich genommen. In der 39. Minute setzte der PSV-Keeper im eigenen Strafraum zu einem Dribbling an. Das wurde von Raik Wittig eiskalt bestraft. Der HSV-Stürmer stibitzte Kaiser den Ball und schob ohne Mühe zum 1:0 für den HSV ein. "So ein Gegentor passiert schon einmal. Ich will ihm da keinen Vorwurf machen", sagte Jennen.

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Nach dem Seitenwechsel agierte der PSV II zwar mit deutlich mehr Engagement als der Gegner. Der Hamminkelner SV hätte in der Folge dennoch für die Entscheidung sorgen können. Der eingewechselte Matthias Nagel (53.) und Raik Wittig (65.), der diesmal am glänzend reagierenden Sebastian Kaiser scheiterte, vergaben die besten Gelegenheiten zum 2:0. So blieb der PSV Wesel II im Spiel und lauerte weiter auf seine Chance. Die kam dann auch in Form des zweiten Torwart-Geschenks an diesem Tag. HSV-Keeper Sascha Tünte ließ einen harmlosen Schuss von Anton Kötter (68.) zum Ausgleich passieren. "Diesen Ball kann er ja beinahe mit dem Fuß stoppen. Das Gegentor ist ärgerlich, war unter dem Strich aber auch die logische Konsequenz der zweiten Hälfte", sagte Gonschior, der unter dem Strich ebenso wie sein Gegenüber mit dem Remis leben konnte.

(RP)
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